Wer in Deutschland studiert, weil er Lehrer werden will, macht das sehr oft aus Verlegenheit.
Einen sehr Interessanten Artikel über die Beweggründe auf Lehramt zu studieren und die sich daraus ergebenden Konsequenzen gibt es bei jetzt.de.
Eine Studie zeigt, dass ein Großteil der Lehrer, die an BurnOut und Überbelastung leiden die sind, die eigentlich nie wirklich Lehrer werden wollten. Dies sind laut der Studie äusserst viele, und auch ich kann aus meiner subjektiven Erfahrung heraus diesem Punkt zustimmen:
Von einem Großteil meiner Kommilitonen höre ich oft, Sätze wie “Ich will eigentlich gar kein Lehrer werden”. Auf die Frage “Warum tust du es dann?” bekomme ich ähnliche Gründe wie sie auch die Studie ans Licht bringt zu hören:
Wegen dem sicheren Job, dem Beamtenstatus, den vielen Ferien (auch wenn dieser Punkt natürlich sehr blauäugig ist) und so weiter.
Der einzige Punkt, den ich nicht so richtig nachvollziehen kann ist dieser:
Geringe Anforderungen im Studium und damit mehr Zeit für persönliche Interessen sind nach den Ergebnissen von Rauin und seinem Team auch wichtig bei der Berufswahl.
Geringe Anforderungen im Studium? Im Vergleich zu was? Einem Mathematikstudium? Vielleicht. Einem Medizinstudium? Bestimmt. Würde ich jedoch die selben Fächer wie im Moment nicht auf Lehramt sondern auf Magister studieren würden die Anforderungen sogar drastisch fallen. Die zu erbringenden Leistungen sind zumindest in den Fächern Anglistik und Germanistik in beiden Studiengängen nahezu identisch, nur dass für die Magisterstudenten das Bildungswissenschaftliche Begleitstudium wegfällt. Und das ist ein ganz schöner Batzen.
Aber sei es drum. Ich finde es nichtmal verwerflich aus den oben genannten Gründen auf Lehramt zu studieren. Bei mir war es schließlich zunächst auch nur die “zweite Wahl”. Wenn ich allerdings bei mir selbst nicht an ein Talent für den Job glauben würde und absolut keine Lust darauf hätte, wäre meine Wahl sicher nicht auf das Lehramtsstudium gefallen. Denn wie die Studie schon sagt, im Endeffekt tut man sich damit keinen Gefallen.
Aufmerksam wurde ich auf den Artikel bei Jochen English.

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