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Fortschritt Examensarbeit (Update 10)

Fortschritt

Letztes Update: 8.3.

So, Ende. Das Konzept “intrinsische Motivation” hat versagt. Belohnungslernen ebenso. Es bleibt nur eine Möglichkeit: Schaffung negativer Kontingenzen.

Aber der Reihe nach. Wie einigen meiner Leser bekannt sein dürfte schreibe ich gerade an meiner Staatsexamensarbeit. Wie ebenfalls bekannt sein dürfte neige ich zur Prokrastination. Aber damit ist jetzt Schluss! In diesem Post könnt ihr ab sofort live meinen Fortschritt mitverfolgen. Die oben angezeigten Balken zeigen an wie viel geschaffte ist (gelb) und wie viel insgesamt zu schaffen ist (blau). Die Zahlen sind Prozente, bezogen auf die mindestens geforderte Seitenzahl. Das wird ab sofort in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Sollten Fortschritte ausbleiben bitte ich um verbale Arschtritte in den Kommentaren.

Finales Update: Fertig. Heute hab ich och letzte Kleinigkeiten erledigt, morgen gehts zum korrigieren. Somit kann ich locker vor der Kurswoche abgeben.

Modul 2 ist tot. Lang lebe Modul 3.

Noch einen Monat, dann lege ich die Abschlussprüfung in den Bildungswissenschaften ab. Grade habe ich den letzten Text im so genannten Modul 2 zusammen gefasst. Modul zwei hat sich immerhin mit einer blumigen Metapher einem blumigen bildhaften Vergleich verabschiedet, den ich mit der Welt teilen möchte.

“Das Internet verhält sich zu Lernen wie ein Supermarkt zu einem guten Essen.”

Fantastisch! Darauf kann ich einen weiteren Vergleich aufbauen, der meine Momentane Lernmotivation beschreibt: Wenn Lust zu lernen wie ein gutes Essen ist, muss ich jetzt mal kurz brechen gehen. Wer mich sucht, ich bin auf dem Klo.

Was war los?

Wie bitte? Nur ein Eintrag seit dem 2.5.?! Wurde dieser Blog in ein Raum-Zeitliches Vakuum gesogen, und hat dadurch ein komplettes Semester übersprungen? Nein. Die erklärung ist wesentlich banaler:

Ich war in geheimer Mission für ihre Majestät unterwegs.
Nein? Hmm…

So ein alter Kerl mit Bart hat mir einen Ring angedreht, den musste ich in einen Vulkan werfen gehen!
Auch nicht? Lass mal überlegen…

Na gut, na gut. Sehen wir der Sache ins Auge: Ich hatte nicht besonders viel Bock zu bloggen. Jede Menge Unistress und Pfadfinderaktionen taten ihr übriges und da hab ich es eben gelassen. Genug zu berichten hätte es auf jeden Fall gegeben. Hier nur ein kurzer Abriss des Sommers.

Musikalisch:
Wacken ist vorbei, mal wieder. Schade eigentlich. Dieses Jahr war ich einen Tag früher da, in der altbewährten Besetzung. Vom Lineup her dachte ich eigentlich, dieses Jahr wäre weniger für mich dabei, als im letzten. Dem war dann aber ganz und garnicht so. Ich habe viele geniale Konzerte gesehen, die einzeln zu erwähnen jetzt wohl nicht mehr so viel Sinn ergäbe. Auf jeden Fall ist die Karte für nächstes Jahr schon bestellt.

Pfadfinderisch:
Ich weiß, ich neige dazu mit Superlativen um mich zu werfen, wenn es um Landeswölflingsaktionen gibt. Aber das diesjährige LaWöLa braucht sich echt nicht hinter seinen Vorgängern zu verstecken. Atlantis war mein zehntes LaWöLa in Folge und ich hatte wirklich außerordentlich viel Spaß. Die Kinder, denke ich, auch.

Dann war auch noch Bundeslager. Zu Bundeslagern hab ich ja eigentlich ein zwiespältiges Verhältnis. Ich finde die Stimmung dort immer toll, die riesige Zeltstadt faszinierend und ich freue mich immer, viele alte Bekannte dort wieder zu sehen. Was mir bei der Geschichte bisher immer gefehlt hat, war eine schöne und interessante Aufgabe. Die habe ich in diesem Jahr in der Gelben jurte gefunden. Das kann ich mir für 2013 wieder vorstellen. Danach fahr ich da vermutlich eh im Wohnmobil hin.

Universitär:
Da war so einiges los, diesen Sommer. So ganz nebenbei habe ich mein letztes Praktikum hinter mich gebracht. Das Fachpraktikum war eine, wenn nicht die beste Veranstaltung meines ganzen Studiums. In dem semesterbegleitenden Praktikum hatte ich, mit sechs weiteren Praktikantinnen, erst einige theoretische Sitzungen im Trierer Studienseminar für das Lehramt an Gymnasium. In diesen wenigen Wochen habe ich, ungelogen, mehr über Unterrichtsplanung gelernt als im kompletten BW Studium. Das wurde dann auch gleich umgesetzt. Gemeinsam haben wir eine kleine Reihe zu Dürrenmatts Besuch der Alten Dame in einer zehnten Klasse am AMG in Trier gehalten. Von meiner Stunde waren sowohl die Schüler als auch der Praktikumsbetreuer sehr begeistert, auch deshalb, weil es mal eine etwas andere Stunde war, mit Theaterpraktischer Herangehensweise an den Text.

So ganz nebenbei habe ich in diesem Semester auch noch alle übrigen Kurse belegt, die mir noch gefehlt haben. So habe ich auch die letzten vier Wochen beinahe durchgängig am Schreibtisch verbracht, um meine letzten drei Hausarbeiten zu schreiben. Die sind am Freitag im Briefkasten gelandet.

Wie geht es also weiter mit meinem Studium? In der zweiten Novemberwoche habe ich Abschlussprüfung in den Bildungswissenschaften, was noch ein ganz schöner Kraftakt wird.
Danach geht es dann munter weiter mit Examensarbeit und allen möglichen Abschlussprüfungen.

Erstmal aber, geht es jetzt noch mal einen Monat nach Irland. Ob ich diesmal so viel berichten kann weiß ich noch nicht, ab und zu wird man aber sicher von mir hören.

Zitat des Tages

“Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.”

Friedrich Schiller

Inspiriert wurde das Zitat durch meinen heutigen, kläglich gescheiterten, Versuch, mich auf die anstehende Prüfung in deutscher Fachdidaktik vorzubereiten. Dort spielt Schillers Satz eine Rolle, wenn es um Idealistische Funktionskonzepte von Literatur geht, eine von mehreren Literaturdidaktischen Positionen die es zu verinnerlichen gilt, bevor nächste Woche Donnerstag die Klausur ist.

Ich glaube mit diesem Satz werde ich dieses Jahr auf dem KfM meine Einheit über Spieletheorie einleiten.

Und was mach ich jetzt? Weiterlernen oder lieber was spielen gehen? Zwickmühle…

Fängt ja klasse an

Heute erster Semestertag.

5:30 Weckerklingeln.

6:00 Frühstück. Kaffee mit Luft.

6:30 Pearl von Schneemassen befreit.

6:49 Mit viel Ach und Krach den Zug erwischt.

7:58 Ankunft Trier Hauptbahnhof. Unterwegs Essay geschrieben.

8:01 Bus hoch zur Uni verpasst.

8:10 Zweiter Bus zur Uni gewohnt gut gefüllt.

8:23 Verspätete Ankunft am Seminarraum Schild: “Das Seminar von $Dozentin fällt heute aus.”

8:30 Ende des Wutanfalles.

8:35 Bus zurück zum Hauptbahnhof.

8:49 “Der Regionalexpress nach Saarbrücken trifft voraussichtlich 40 Minuten später ein.”

9:01 Einstieg in die Regionalbahn.

9:24 “Meine Damen und Herren, bitte beachten sie, wegen der Überholung durch den verspäteten Regionalexpress wird sich unsere Weiterfahrt um einige Minuten verzögern.”

9:45 Ende des zweiten Wutanfalles.

9:54 Pearl zum zweiten mal für heute von Schneemassen befreit.

10:05 Zu Hause. Frustbloggen.

Außer Spesen…

Vorlesungen verzwopunktnullen?

An der Universität Trier herrscht Raumnot. Da sind sich alle, ausser den Verantwortlichen, relativ einig. Bei den Methoden der Situation zu begegnen hingegen scheiden sich die Geister. Einige Professoren gehen den wohl pragmatischsten Weg: Keine Anwesenheit kontrollieren und schon sind die Hörsäle nur noch halb so voll. Was aber tun mit dem verpassten Stoff? Viele setzen zur Zeit auf Formen des eLearning. Das sieht in der Praxis so aus, dass die Vorlesungen mitgeschnitten und nach der Sitzung als Ton- oder Videodatei zum Download bereit gestellt werden. Ist sicher nicht das selbe wie im Real Life Hörsaal zu sitzen, abgesehen davon, dass ich an der Akzeptanz dieser Angebote Zweifel hege, aber immerhin etwas.

Ein ziemlich triftiges Argument gegen diese Form der Lehre bracht in dieser Woche einer meiner Lieblingsdozenten, dessen Namen ich bewusst verschweige.

Einige meiner Kollegen stellen ihre Vorlesungen ja jetzt ins Internet. Das würde ich nie tun. Aus dem ganz einfachen Grund, dass ich dann nicht mehr zum Beispiel das hier sagen könnte: FUCK SHIT FUCK FUCK SHIT FUCK SHIT FUCK THE AMERICANS FUCK SHIT FUCK SHIT FUCK.

Die Gefährdung von, nennen wir es mal “freier Lehre” ist aber für mich nur ein Grund, warum Online Vorlesungen nicht das Allheilmittel sind. Entlastet wird dadurch nur ein kleiner Teil der Universität. In den Schlangen vor Klo oder Kaffeemaschine komme ich dadurch ebenso wenig schneller voran wie auf den Wartelisten einiger Profs, die mit dem Korrigieren von Staatsexamensarbeiten einfach nicht mehr nach kommen.

Wir sagen euch an den lieben Advent

Wir sagen euch an den lieben Advent
seht der Terminkalender brennt;
So viel zu tun ist;
das führt zu Stress:
Weinachtsstimmung vergessts!

Ja, im Moment brennt es mal wieder an allen Fronten. Die Universitären Verpflichtungen häufen sich gegen Ende des Jahres wie üblich. So musste ich am Wochenende sogar zeitweise das Abschlusslager des Stammes Idar-Oberstein, welches ich mit den Herren Schneyra und Mechaniker geplant hatte, verlassen um mir in Trier Unterricht an einer Realschule anzusehen. Dort war Tag der offenen Tür und unser Dozent, der gleichzeitig Lehrer an dieser Schule und Fachseminarleiter am Trierer Studienseminar ist, hatte uns eingeladen in drei Stunden zu hospitieren.
Gesehen haben wir eine Geschichts-, eine Deutsch- und eine Sozialkundestunde, die thematisch zusammen hingen. Sehr lohnend, wie auch das Abschlusslager.

Leider bleibt mir momentan wenig Zeit für besinnliche Adventsstimmung, allein in dieser Woche habe ich drei Referate, zwei davon morgen.
Zumindest hat ab heute wieder der TAT Weihnachtskalender seine Pforten geöffnet!

Bestanden II

Ob des, im vergleich zur equivalenten Prüfung im Fach Englisch, sehr geringen Aufkommens an Posts mit Germanistik ZP-Contetn hat es der eine oder andere vielleicht garnicht mitgekriegt. Dann eben jetzt: Ich hatte gerade Germanistik Zwischenprüfung. Und habe bestanden. Und zwar mit Eins komma fuckin’ Null!

Damit heißt es jetzt endgültig und zu 100%: Wilkommen in der harten Welt des Hauptstudiums. Ich geh dann mal Kaffee trinken.

Besoffen?!

Als ich die Hausarbeit zum Attentatsmotiv in Macbeth abgegeben habe muss ich wohl besoffen gewesen sein:

-Seite 14 und 15 vertauscht
-Literaturverzeichnis doppelt drin
-Auf dem Titelblatt steht “$. Fachsemester”

Trotzdem bestanden. :-)

Weimarer Zustände?

Ist die Finanzkrise jetzt eigentlich überstanden? Schade, ich habe letzten Sonntag zum ersten Mal seit Jahren für 1,10 € getankt. Können wir bitte noch eine Finanzkrise haben?

Diese “Überlegung” aber nur am Rande, denn eigentlich ist dieser Post eine Literaturempfehlung. Oder eine Literatur Weiterempfehlung, die ich aus meiner heutigen Vorlesung “Literatur und Kultur der Weimarer Republik” mitgebracht habe.

Aus gegebenem Anlass schloss der Professor die Sitzung mit einem Auszug aus Kurt Tucholskys (unter dem Pseudonym “Kaspar Hauser”) Glosse “Kurzer Abriß der Nationalökonomie” von 1931. Wie vom Prof auch von mir der Hinweis: Gewisse Ähnlichkeiten zu gewissen zeitgenössischen Bankern und Geschehnissen sind wohl nicht rein zufällig.

Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.
Wenn die Unternehmer alles Geld im Ausland untergebracht haben, nennt man dieses den Ernst der Lage. Geordnete Staatswesen werden mit einer solchen Lage leicht fertig; das ist bei ihnen nicht so wie in den kleinen Raubstaaten, wo Scharen von Briganten die notleidende Bevölkerung aussaugen. Auch die Aktiengesellschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Nationalökonomie. Der Aktionär hat zweierlei wichtige Rechte: er ist der, wo das Geld gibt, und er darf bei der Generalversammlung in die Opposition gehn und etwas zu Protokoll geben, woraus sich der Vorstand einen sog. Sonnabend macht. Die Aktiengesellschaften sind für das Wirtschaftsleben unerläßlich: stellen sie doch die Vorzugsaktien und die Aufsichtsratsstellen her. Denn jede Aktiengesellschaft hat einen Aufsichtsrat, der rät, was er eigentlich beaufsichtigen soll. Die Aktiengesellschaft haftet dem Aufsichtsrat für pünktliche Zahlung der Tantiemen. Diejenigen Ausreden, in denen gesagt ist, warum die A.-G. keine Steuern bezahlen kann, werden in einer sogenannten ›Bilanz‹ zusammengestellt.

Zusammenfassend kann gesagt werden: die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers.

In: Die Weltbühne, 15.09.1931, Nr. 37, S. 393.

Den ganzen Text kann man hier lesen.






Zeo