
Und das sage nicht ich, sondern Bruce Dickinson. Und wie könnte ich jemandem widersprechen, der schon vor 300.000 Menschen gespielt hat, als ich nicht mal laufen, geschweige denn eine Gitarre halten konnte.
Es ist schwer, die letzten vier Tage in einen Post zu packen, der nicht ins Monumentale ausartet. Deshalb wird es auch zum Teil mal wieder ein stichworthafter Beitrag werden.
Am Mittwoch Morgen gegen halb 6 habe ich an der Pearl die Segel gesetzt und bin erstmal Richtung Saarbrücken gefahren. Dort habe ich Micha wach geklingelt, denn der Stamm Tscherkessen hat unserer “Fahrtengruppe” dankenswerterweise zwei Steckstangen zur Verfügung gestellt. Von dort aus bin ich dann ein bisschen durch Saarbrücken und Umgebung gegondelt um meine Mitfahrer einzusammeln, die sich auf meine Suchanzeige hin gemeldet hatten. Das ging auch wirklich gut und durch den kleinen Autopool, in Verbindung mit einem entspannten Tempo bei der Energiespar-Pearl, wurde die Anreise richtig günstig. Durchgekommen sind wir auch gut. Mit ein paar Pausen hat es bis Wacken gute sieben Stunden gedauert.
Als ich dort ausgestiegen bin, gab es auch direkt das erste Highlight. Zunächst habe ich nämlich noch vor dem Festivalgelände, also im Ort, geparkt, wo ich mich mit Minda, Jonas und Tobi, meiner Festival-WG treffen wollte. Ich hatte gerade die Tür zu geschlagen, da sehe ich, wie ein älterer Herr mein Nummernschild bewundert. Im ersten Moment dachte ich, er würde rätseln was SLS bedeutet und wollte ihn aufklären. “Ich weiß! Da war ich im Krieg stationiert!” Die Welt ist eben doch ein Dorf. Daraus entwickelte sich ein halbstündiges Gespräch über die Schönheit des Saarlandes. Er kannte sogar Wallerfangen und wir stellten fest, dass er im selben Schwimmbad wie ich das Schwimmen erlernt hat.
Das coolste an der ganzen Sache war aber, dass dann noch seine Frau dazu kam. Das war nämlich die Frau, die in den Bonus Features von Full Metal Village im Edeka fragt, wann es den Film gibt. Prominenz quasi!
Danach galt es irgendwie die anderen zu finden. Sich in einem Dorf mit 65.000 Irren, die Bierkästen an Hundeleinen hinter sich her ziehen, singen, nackt rumlaufen und auch sonst jeden erdenklichen Quatsch machen irgendwie auffällig zu verhalten ist ganz schön schwierig. Aber für Captain Thomas Schnubel nicht unmöglich! Aus den beiden Steckstangen habe ich mir einen Fahnenmast von gut vier Metern Höhe gebaut und mich an die Hauptstraße gestellt. Ich wurde noch nie so oft fotografiert. Geklappt hat es auch, denn wir haben uns auf Anhieb gefunden. Im Korso ging es dann am Marmeladenstand mit Trompetenmusik vorbei endlich aufs Festival Gelände, wo wir unsere Kohte ein wenig ab vom Schuss, auf dem V Campingplatz aufschlugen. Ab hier wird es stichworthaft.

Bands
Ich habe so viele Bands gesehen, dass es wirklich unmöglich ist über jede einzelne etwas sinnvolles zu schreiben. Deshalb nur ein paar Anmerkungen zu einzelnen Gruppen. Die Reihenfolge sagt übrigens nichts über die Qualität aus sondern ist rein willkürlich, und die Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.
Avantasia: Coole Sache! Warum kannte ich die vorher gar nicht? Ich brauche CDs von denen, sofort!
Children of Bodom: Die Band mit dem höchsten “Fuck”-Quotienten des ganzen W:O:A. Bei deren Auftritt habe ich den Stiefel von einem Crowd Surfer in die Fresse gekriegt. Hat weh getan und geblutet, und jetzt seh ich aus, als ob ich gegen Rocky geboxt hätte. Aber es war die Sache 200% wert. Die rocken wie blöd und waren unter meinen Favoriten des Festivals ziemlich weit oben.
Sonata Arctica: Fand ich auf der CD besser als sie live wirklich waren. Trotzdem noch gut.
Nightwish: Ich war ziemlich gespannt, wie die alten Lieder wohl bei der neuen Sängerin klingen würden. Sie hat den Test einwandfrei bestanden: Super Konzert mit viel vom Once Album und einigen der neuen Stücke. Abzüge gibt’s dafür, dass keine Zugabe gespielt wurde, was vermutlich eher an Zeitvorgaben vom Veranstalter als am Unwillen der Band lag. Trotzdem. Ich hätte so gerne noch Stargazer gehört.
Lordi: Haben mehr Lieder als Hard Rock Helleluja! Und sind echt gar nicht mal so schlecht. Die Finnen haben das letzte Konzert des Festivals gespielt, Samstag Nacht von 2 bis 3 Uhr, und trotzdem hat der Mob noch ordentlich getobt. Ich hab mir bei dem Konzert die ganze Zeit vorgestellt wie Oma Irmchen aus Full Metal Village dem Sänger begegnet…
Kamelot: Kannte ich vorher auch nicht und steht jetzt auf der Einkaufsliste.
Corvus Corax: Die hatten mich ja auf dem Hexentanz Festival so gar nicht begeistern können. In Wacken haben sie ihr neues Album vorgestellt, bei dem sie von einem kleinen Orchester und einem Background Chor begleitet werden. Vor allem der Chor wertet die Spielleute ziemlich auf, so dass dieses eins der schönsten Konzerte des Festivals war.
As I Lay Dying: Geil!
W:O:A Firefighters: Die “heimlichen Headliner.” Wacken, Wacken, Feuerwehr!
Iron Maiden: Was soll ich zu denen noch schreiben. Niemand sollte sterben ohne einmal in seinem Leben gehört zu haben, wie 65.000 Menschen das Intro von Fear of the Dark singen.

Trivia
- Das erste, was ich auf dem Gelände gesehen habe, waren fünf nackte Männer, die Fußball gespielt haben. Ganz nackt? Nein, sie hatten jeder einen Hut auf.
- Bruce Dickinson scheißt direkt nach dem ersten Lied den Mann vom Kamerakran an.
“Hey you fucker! We’re not producing a TV show, we gonna do a rock concert! Your fucking crane is in the way, people can’t see me! Move that fucking thing aside! MOVE IT ASIDE NOW YOU FUCKER! Don’t wanna see it again!”
Den Kran hat man bei diesem Konzert dann wirklich nicht mehr gesehen.
- Als Nightwish “Wishmaster” anstimmt singen 50.000 Leute um mich herum die Version der Misheard Lyrics mit.
Hamster! A dentist!
- Nach dem Iron Maiden Auftritt haben wir ein paar Schweden getroffen, die uns auf ihren Campingplatz zu einem Kasten Bier einluden. Völkerverständigung gibt’s anscheinend doch nicht nur bei den Pfadfindern.
Die Hälfte aller Ereignisse hab ich hier mit Sicherheit vergessen. Das liegt bei einer solchen Reizüberflutung aber nunmal in der Natur der Dinge.
Am letzten Morgen haben wir jeder noch ein stück “Holy Wacken Land” ausgegraben. Meines steht jetzt hier auf dem Fesnterbrett.

Vielen, vielen, vielen Dank an meine Wacken-WG. Ich fand, wir waren eine richtig coole Truppe und hoffe, das war nicht unser letztes gemeinsames Festival. Im Moment fühlt es sich bei mir so ähnlich an, wie wenn man von einem tollen KfM nach Hause kommt.
Abschließend kann ich nurnoch einses feststellen:
Wacken ist vorbei. Leider.
Update: Ich hab mal an unpassenden Stellen ein paar Bilder eingefügt. Wer mehr sehen will kann demnächst mal zum Dia-Abend kommen oder hier nachschauen.
Letzte Kommentare
Martin Schneyra, thomas, Vylibb, Thomas, thomas [...]
Thomas, Chef, Michelle
David, thomas, David, Jan, Martin Schneyra [...]
Monika Schneider, Thomas, Mo, Mo
Mo, Anonym, Chef, Thomas, Chef [...]
Mo
Mo
Vylübb
malte, *Jones*, -Hiker-, wooki, Thomas [...]