Archiv für die Kategorie 'Thomas Allein in Irland'

Vote Yes

Irland hat heute den Vertrag von Lissabon ratifiziert. Ich bin ja nun schon eine weile zurück und war echt gespannt auf des Ergebnis. Der Wahl- beziehungsweise Abstimmungskampf dort wurde ziemlich emotional und ausgiebig geführt. Da hing echt an jeder Ecke ein Plakat mit Vote Yes oder Vote No. Ein paar Beispiele:

vot yes

Mal sehen was jetzt Polen und Tschechien machen.

Catch it! – Bin it! – Kill it!

Weil es wirklich nicht viel neues vom diesjährigen Irlandaufenthalt zu erzählen gibt hier einfach mal ein paar Tips zur Schweinegrippevorbeuge.

Kill it!

Fassen wir zusammen: Beim Niesen die Hand vor den Mund, verrotzte Taschentücher in in den Müll und ab und an mal die Dreckspfoten unter Wasser halten. Mir hat sowas die Oma beigebracht, aber per Plakataktion geht es natürlich auch. In die selbe Richtung geht das hier:

Kill it!

Das letzte zeugt zumindest von ein bisschen Humor, meiner Ansicht nach eh das einzige, was gegen Schweinegrippe hilft.

Live aus dem Bus

Der Adler ist gelandet! Nachdem ich am Flughafen völlig überraschend meine Kommilitonin Andrea getroffen habe, deren Freund heute ebenfalss zum Auslandsaufenthalt aufgebrochen ist, ging es gewohnt flott nach Dublin. Am Flughafen hab ich mit Thomas (Ja, Andreas Freund heißt auch so und ja, allerweltsnamen sind blöd) noch den Begrüßungscocktail genommen und jetzt sitze ich im Bus nach Galway. WTF? Jetzt sitz er im Bus? Ja! Hier im Bus gibt es kostenloses W-LAN! Wilkommen im 21. Jahrhundert. Da könnte sich die SWT mal ei Stück abschneiden.

Was war los?

Wie bitte? Nur ein Eintrag seit dem 2.5.?! Wurde dieser Blog in ein Raum-Zeitliches Vakuum gesogen, und hat dadurch ein komplettes Semester übersprungen? Nein. Die erklärung ist wesentlich banaler:

Ich war in geheimer Mission für ihre Majestät unterwegs.
Nein? Hmm…

So ein alter Kerl mit Bart hat mir einen Ring angedreht, den musste ich in einen Vulkan werfen gehen!
Auch nicht? Lass mal überlegen…

Na gut, na gut. Sehen wir der Sache ins Auge: Ich hatte nicht besonders viel Bock zu bloggen. Jede Menge Unistress und Pfadfinderaktionen taten ihr übriges und da hab ich es eben gelassen. Genug zu berichten hätte es auf jeden Fall gegeben. Hier nur ein kurzer Abriss des Sommers.

Musikalisch:
Wacken ist vorbei, mal wieder. Schade eigentlich. Dieses Jahr war ich einen Tag früher da, in der altbewährten Besetzung. Vom Lineup her dachte ich eigentlich, dieses Jahr wäre weniger für mich dabei, als im letzten. Dem war dann aber ganz und garnicht so. Ich habe viele geniale Konzerte gesehen, die einzeln zu erwähnen jetzt wohl nicht mehr so viel Sinn ergäbe. Auf jeden Fall ist die Karte für nächstes Jahr schon bestellt.

Pfadfinderisch:
Ich weiß, ich neige dazu mit Superlativen um mich zu werfen, wenn es um Landeswölflingsaktionen gibt. Aber das diesjährige LaWöLa braucht sich echt nicht hinter seinen Vorgängern zu verstecken. Atlantis war mein zehntes LaWöLa in Folge und ich hatte wirklich außerordentlich viel Spaß. Die Kinder, denke ich, auch.

Dann war auch noch Bundeslager. Zu Bundeslagern hab ich ja eigentlich ein zwiespältiges Verhältnis. Ich finde die Stimmung dort immer toll, die riesige Zeltstadt faszinierend und ich freue mich immer, viele alte Bekannte dort wieder zu sehen. Was mir bei der Geschichte bisher immer gefehlt hat, war eine schöne und interessante Aufgabe. Die habe ich in diesem Jahr in der Gelben jurte gefunden. Das kann ich mir für 2013 wieder vorstellen. Danach fahr ich da vermutlich eh im Wohnmobil hin.

Universitär:
Da war so einiges los, diesen Sommer. So ganz nebenbei habe ich mein letztes Praktikum hinter mich gebracht. Das Fachpraktikum war eine, wenn nicht die beste Veranstaltung meines ganzen Studiums. In dem semesterbegleitenden Praktikum hatte ich, mit sechs weiteren Praktikantinnen, erst einige theoretische Sitzungen im Trierer Studienseminar für das Lehramt an Gymnasium. In diesen wenigen Wochen habe ich, ungelogen, mehr über Unterrichtsplanung gelernt als im kompletten BW Studium. Das wurde dann auch gleich umgesetzt. Gemeinsam haben wir eine kleine Reihe zu Dürrenmatts Besuch der Alten Dame in einer zehnten Klasse am AMG in Trier gehalten. Von meiner Stunde waren sowohl die Schüler als auch der Praktikumsbetreuer sehr begeistert, auch deshalb, weil es mal eine etwas andere Stunde war, mit Theaterpraktischer Herangehensweise an den Text.

So ganz nebenbei habe ich in diesem Semester auch noch alle übrigen Kurse belegt, die mir noch gefehlt haben. So habe ich auch die letzten vier Wochen beinahe durchgängig am Schreibtisch verbracht, um meine letzten drei Hausarbeiten zu schreiben. Die sind am Freitag im Briefkasten gelandet.

Wie geht es also weiter mit meinem Studium? In der zweiten Novemberwoche habe ich Abschlussprüfung in den Bildungswissenschaften, was noch ein ganz schöner Kraftakt wird.
Danach geht es dann munter weiter mit Examensarbeit und allen möglichen Abschlussprüfungen.

Erstmal aber, geht es jetzt noch mal einen Monat nach Irland. Ob ich diesmal so viel berichten kann weiß ich noch nicht, ab und zu wird man aber sicher von mir hören.

Heute in der Schule

Über die mediale Ausschlachtung der Tragödie von Winnenden hat der Schneyra ja schon fundiert berichtet. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen und hab überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll.
Ich habe mich dafür entschieden, weil Schulen nunmal mein zukünftiger, und vor allem mein momentaner Arbeitsplatz sind und jede Schule heute morgen vor der Aufgabe stand, so oder so auf die Geschehnisse zu reagieren.
Ich finde, die Schulleitung meiner Praktikumsschule hat ihre Sache dabei sehr gut gemacht. Es wurde nämlich kein großes Fass aufgemacht. Eine kurze Durchsage mit Beileidsbekundung gab es und die Lehrer wurden dazu angehalten, die Ereignisse dann zu thematisieren, wenn die Klasse offensichtlich Bedarf danach hat.
Die Schüler haben die Nachricht natürlich sehr unterschiedlich aufgenommen, stecken das ganze aber, nach meiner Auffassung, im Schnitt ziemlich gut weg. In den Klassen, in denen ich heute hospitiert habe, war jedenfalls keine besonders negative Stimmung zu erkennen. Bewusst war den allermeisten der Ernst der Lage aber schon, dumme Bemerkungen habe ich auf dem Gang zumindest keine gehört.

Jetzt geht natürlich das übliche Geplärre los. Das mit den Ballerspielen kennen wir ja schon. Was mich an der Diskussion im Moment am meisten erschreckt ist aber die Forderung nach Metalldetektoren und Ausweiskontrollen am Schuleingang, nach amerikanischem Vorbild. Ich dachte immer, wir Europäer halten uns für klüger als die Amis. Offensichtlich nicht klug genug, um zu erkennen, dass man besser nach den Ursachen forschen, als die Symptome bekämpfen sollte. Schade, sehr schade.

Ein Dorf, dass sich Welt nennt

Man soll es nicht beschreien. Grad gab es doch noch ein blogable Event. Nach der letzten Stunde mit den 5th Years habe ich mich noch ein bisschen mit den slowakischen Austauschschuelerinenn unterhalten. Und natuerlich sind die auch bei dem Verein mit den Halstuechern und den Knoten. Das haette mich jetzt noch nicht so sehr verbluefft, aber die Maedels kannten sogar den Stamm in Dubnica Nad Vahom, dem “Unsern Vaettern ihre Soehne” damals in der Slowakei begegnet sind.

Die drei Maedels habe ich gleich mal an Breeda vermittelt, die sie hoffentlich an den ortsansaessigen Stamm weiterleiten kann.

Well done

Heute, auf den letzten Schultag, habe ich es endlich geschafft. Ich habe meinen Stundenplan durcheinander gebracht und bin nun 3 Stunden zu frueh in der Schule. Naja, das gibt mnir zumindest Zeit mich ausgiebig von den Kollegen zu verabschieden und die Schulleitung schonmal vorzuwarnen, dass ich naechstes Jahr vermutlich wieder auftauchen werde.

Und natuerlich fuer einen Rueckblick auf die letzten zwei Wochen. Die wuerde ich mit dem Begriff “OK” umschreiben. Es ist alles gelaufen wie geplant, meine Stunden waren alle in Ordnung und ich wurde wie schon letztes Jahr gut hier aufgenommen. Warum dann nur “OK” und nicht “Spitze”. Ich glaube das liegt vor allem daran, dass es irgendwo nichts neues mehr war. Ich kannte schon die Leute und die Schueler und sogar der Stoff vom letzten Jahr hat sich zu einem Grossteil wiederholt. Man erkennt es auch daran, dass die Blogbeitraege in der zweiten Haelfte immer seltener wurden. Es gab halt nichts neues zu erzaehlen. Vielleicht werd ich mich fuer meinen Dritten Monat doch noch nach Alternativen umhoeren, mit der Sache hier in der Hinterhand.

Der Ganze Monat bekommt natuerlich trotzdem eine eins, alleine wegen der zwei coolen Wochen auf Tour, wenn auch das Wetter nicht immer mitspielte. Was solls: Ich hatte insgesamt mal wieder eine schoene Zeit hier.
Der weitere Plan sieht so aus, dass ich am Samstag, bei gutem Wetter, doch noch die Wanderung an den See mache und den Sonntag nutze um zu packen und das Haus aufzuraeumen. So a la “Verlassen sie diesen Ort so, wie sie ihn vorzufinden wuenschen.” Dass es hilft glaube ich allerdings nicht.
Am Montag geht es um 10:15 Ortszeit mit dem Bus erst nach Galway, von wo der Citylink Airport Coach mich nach Dublin bringt. Abflug ist um 18:45. Heimat, ich komme!

Ende der Hausbesetzung

Dieser Beitrag entsteht in Echtzeit in Ballinrobe

Hier ist laenger nix mehr passiert, so dass sich der Trip langsam schon dem Ende zuneigt. Das leben nimmt derweil seinen Lauf. In der Schule laeuft es ganz gut und ich hab schon einiges von dem erledigt, was ich mir ansonsten noch vorgenommen habe. Unter anderem habe ich gestern die drittletzte Geschichte fuer das “Dschungelbuch light” zu Ende geschrieben. “Rothund” liegt also nun auch in abendrundentauglicher Form vor. Das war ein ganz schoen harter Knochen, die Ereignisdichte in der Geschichte ist hoeher als man denkt. “Lasst die Dschungel ein” habe ich schon angefangen und “Des Koenigs Ankus” hatte ich dem Mo aufgebrummt. Ein Kostenvoranschlag fuer einen eventuellen Druck ist auch schon eingeholt. So langsam nimmt dieses Projekt Gestalt an. Ich hoffe, die Dinger werden dieses Jahr unterm Weihnachtsbaum liegen.

Gestern Abend gab es eine kleine Ueberraschung. Michael kam zurueck. Mit dem haette ich gar nicht mehr gerechnet. Er bleibt bis Donnerstag und scheint wirklich auf Musicaltour gewesen zu sein.

Das Anglo-Irische Fernsehprogramm

Dieser Beitrag entsteht am 2. September 2008 um 16:20 irischer Zeit in Ballinrobe.

Ich empfange hier 8 Kanaele: Vier irische und vier britische. Drei neue Beobachtungen habe ich gemacht, was das hiesige Fernsehprogramm angeht.

1. Die britische Armee macht hier ziemlich offensive Rekrutierungswerbung im “Band of Brothers” Style. Laeuft bei uns auch Werbung fuer die Bundeswehr? Ich bin mir grad nicht sicher. Wenn ja dann wesentlich seltener. Und bei den BW Spots, die ich im Kopf habe, stehen weit mehr die beruflichen Moeglichkeiten, die man beim Bund hat, im Vordergrund. Hier zu lande setzt man auf “Wir”-Gefuehl und Abenteuerlust. Ich weiss nicht, wie ich das finde.

2. Die Gameshowtechnik in Irland ist der Deutschen mal gut 20 Jahre hinterher. Gestern habe ich eine Sendung gesehen, die mich schwer an die alten “der Preis ist heiss” Shows mit dem dicken Hollaender erinnert hat. Nicht von den Regeln her, die hab ich nichtmal verstanden. Eher von den Requisiten und der Deko. Die “digitalen” Punktetafeln sahen irgendwie aus, als wuerden sie durch kleine Hamsterraeder betrieben die Speilsteine und sonstiger Kram wirkten, als kaemen sie aus der Spielesammlung und im Hintergrund prangte eine riesige analoge Stoppuhr.

3. Ich habe eine irische Soap entdeckt! Von den Themen her ist die nicht anders als ACDC oder wie diese Sendung mit den vier Buchstaben in Deutschland heisst. Dafuer spielt sich aber nahezu die ganze Handlung im Pub ab. Man passt sich also den tatsaechlichen Lebensbedingungen an. :)

Unausgelastet

Dieser Beitrag entsteht in Echtzeit in Ballinrobe.

Wie ich es erwartet habe ueberschuettet man mich hier nicht gerade mit Arbeit. Ich habe genau 6 Stunden pro Woche, von denen ich 3 selber halte und bei dreien nur hospitiere. Plus die eine oder andere Stuynde, die moeglicherweise noch hinten runter fallen wird. Mir soll es recht sein. Die erste habe ich gerade gehalten, die zweite faengt gleich an. Alles wie im letzten Jahr schon gehabt. An einige Schueler erinnere ich mich noch, andere sind mir neu. Von den Kollegen wurde ich sehr herzlich empfangen und die allermeisten erinnerten sich noch an mich, auch wenn sie ein bisschen nachdenken mussten, weil zwischenzeitlich der Bart wieder verschwunden ist. Ich fuehle mich hier jedenfalls sehr wohl.

Das einzige was mich ein bisschen nervt ist momentan, dass ich von hier aus Pfadfinderkram erledigen muss. Das ist mit den begrenzten Kommunikationsmoeglichkeiten, die mir zur Verfuegung stehen, naemlich garnicht mal so leicht. Ich hoffe alle Leute, denen ich vor meiner Abreise noch Aufgaben zugeschustert habe, erledigen diese auch… Besonders fuers BMFT wird es ansonsten eng wenn ich heim komme. Aber eigentlich bin ich da guter dinge.






Zeo