Heute in der Schule

Über die mediale Ausschlachtung der Tragödie von Winnenden hat der Schneyra ja schon fundiert berichtet. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen und hab überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll.
Ich habe mich dafür entschieden, weil Schulen nunmal mein zukünftiger, und vor allem mein momentaner Arbeitsplatz sind und jede Schule heute morgen vor der Aufgabe stand, so oder so auf die Geschehnisse zu reagieren.
Ich finde, die Schulleitung meiner Praktikumsschule hat ihre Sache dabei sehr gut gemacht. Es wurde nämlich kein großes Fass aufgemacht. Eine kurze Durchsage mit Beileidsbekundung gab es und die Lehrer wurden dazu angehalten, die Ereignisse dann zu thematisieren, wenn die Klasse offensichtlich Bedarf danach hat.
Die Schüler haben die Nachricht natürlich sehr unterschiedlich aufgenommen, stecken das ganze aber, nach meiner Auffassung, im Schnitt ziemlich gut weg. In den Klassen, in denen ich heute hospitiert habe, war jedenfalls keine besonders negative Stimmung zu erkennen. Bewusst war den allermeisten der Ernst der Lage aber schon, dumme Bemerkungen habe ich auf dem Gang zumindest keine gehört.

Jetzt geht natürlich das übliche Geplärre los. Das mit den Ballerspielen kennen wir ja schon. Was mich an der Diskussion im Moment am meisten erschreckt ist aber die Forderung nach Metalldetektoren und Ausweiskontrollen am Schuleingang, nach amerikanischem Vorbild. Ich dachte immer, wir Europäer halten uns für klüger als die Amis. Offensichtlich nicht klug genug, um zu erkennen, dass man besser nach den Ursachen forschen, als die Symptome bekämpfen sollte. Schade, sehr schade.

3 Kommentare zu “Heute in der Schule”


  1. 1 Martin Schneyra

    Interessant. Für mich klingt die Reaktion auch gut. Haben sich die Schüler denn überhaupt für das Thema interessiert?

    Die Ursachen zu erforschen halte ich auch für wichtig. An der Stelle können auch die Lehrer ihren Teil dazu beitragen. Ich denke im täglichen Umgang mit den Schülern kann man schon einiges bemerken.

  2. 2 Thomas

    Haben sich die Schüler denn überhaupt für das Thema interessiert?

    Auch da ist das Spektrum sehr breit. Einige waren ehrlich betroffen, einen hab ich aber auch erlebt, der nichtmal mitbekommen hat, dass etwas passiert ist. Wie er das geschafft hat ist mir echt ein Rätsel.

    Mit den Lehrern ist das auch so ein Problem. Die Ausbildung zielt natürlich darauf ab, dass auch gewisse Psychologische Kenntnisse bei Lehrern vorhanden sind. “Beratung” und “Psychologie” sind neben der allseits beliebten “Reflexion” wohl die zwei häufigsten Bestandteile von Seminartiteln in den Bildungswissenschaften. Leider können dort nur rudimentäre Grundkenntnisse vermittelt werden. Aber klar, irgendwann muss ja auch noch gelernt werden, wie man unterrichtet.
    Das zweite Problem ist, dass man in der Praxis häufig gar keine Zeit hat etwas sich ausreichend mit den Schülern zu beschäftigen. Auf die Art erkennt man Probleme eben erst, wenn sie da sind.

  3. 3 Jan

    wie er das geschafft hat?… naja wahrscheinlich den ganzen tag gezockt^^

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Zeo