Was in der Schule an Literatur gelesen werden soll wird immer heiss diskutiert. Ob man einen Kanon braucht, ob man den Lehrern überhaupt Vorschläge unterbreiten soll und und und. Hat man sich schließlich zu einem Kanon durchgerungen stellt sich die nächste Frage, anhand welcher Kriterien er gefüllt werden soll. Nach Epochen oder nach Themen, entscheiden Schüler, Lehrer, Literarurprofessoren, Studenten?
Gestern hat uns der Dozent im Fachdidaktik Seminar Deutsch ein Experiment von 1981 vorgestellt, in dem Studenten aus Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Deutschland die zehn bedeutendsten Autoren dieser Länder wählen sollten. Jede Ländergruppe durfte dabei nur Autoren aus den anderen Staaten wählen, die Briten also zum Beispiel nicht Beckett und die Italiener nicht Boccaccio. Daraus wurde dann ein Gesamtranking der meistgenannten Autoren erstellt. Kleines Quiz gefällig? Manche sind recht eindeutig, mit anderen hätte ich nicht in den Top 10 gerechnet. Ich warte auf Vorschläge in den Kommentaren.
1. William Shakespeare
2. Johann Wolfgang von Goethe
3. Miguel de Cervantes
4. Dante Alighieri
5. Franz Kafka
6./7. Thomas Mann und Marcel Proust
8. Molière
9. James Joyce
10. Charles Dickens
Damit wir länger Spaß dran haben würde ich sagen immer einer nach dem anderen. Also erst einen neuen vorschlagen, wenn der letzte Vorschlag bestätigt oder abgelehnt ist. Google und Co. sind natürlich tabu.
Meine gebildeten Leser haben es nun geschafft die Liste zu vervollständigen, damit ist dieses kleine Experiment leider beendet.

Hm. Shakespeare auf der 1? Ich bin in dem Thema ja nicht so bewandert.
Btw: Wordpress schon geupgedatet?
Treffer und versenkt. Der war auch noch einfach. Der gute Willi war in allen vier Ländern, die ihn wählen durften, auf Platz 1.
Wordpress Update steht für heut Abend auf meinem imaginären Stundenplan.
GEI-EL!
Hm. Goethe auf der zwei?
Btw: Ich hab grade gut gelolt als ich Bild #8 im Kalender geguckt hab.
Auch richtig! Herr Schneyra, der Literaturkenner? Lispelst du zufällig seit neuestem?
Goethe war in Frankreich und Italien auf Platz 2, in Spanien auf 3 und in England auf 5.
Damit sind die Abstaubertore aber auch weg.
K, mir würde nun noch Schiller auffallen. Der nächste mir bekannte Literat ist dann Karl May und der taucht bestimmt nicht auf
… ich bin ja mehr so der Schundroman-Typ.
Nein. Karl May ist eben so wenig dabei wie, und das war für mich dann die erste dicke Überraschung, Friedrich Schiller.
Also mit Schiller, die Überraschung, nicht mit May.
Schiller taucht nur bei den Engländern auf. Platz 7.
Und jetzt bin ich mal anderthalb Stunden wech. So lange kann Gehirnschmalz fliessen.
Ihhh! Hast du keine Ohrenstäbchen?
hmkay, dann misch ich mich auch mal in die diskussion ein. dante auf der drei? oder doch bushido?
Dante ist unter den Top 10, aber nicht auf der drei. Ich überleg grad, ob ich den jetzt an die richtige Stelle eintrag oder das ganze noch weiter in die Länge zieh…
Ja, mache ich. Sonst fängt ja nur noch doofes Zahlenraten an. Also, der gute Dante ist auf Platz 4. Die Engländer wählten ihn auf die 1, Deutschland auf 2, Frankreich auf 4 und Spanien auf Rang 6.
Ich hab ja von Literatur und so keine Ahnung(weil da kann man mim Schraubenschlüssel halt nix reparieren).
Mir würde da noch Thomas Mann einfallen, hab aber keine Ahnung wie das die anderen Länder so sehen.
Keine Ahnung aber Recht. Thomas Mann ist einer von den Beiden Kandidaten auf 6/7.
England: 2.
Italien: 4.
Frankreich: 7.
Spanien: 10.
Boccacio auf 9?
Leider nein. Boccaccio hat es nicht unter die Top 10 geschafft und taucht insgesamt nur bei den Engländern und den Deutschen, jeweils auf Platz 10 auf.
Wie siehts den mit Jules Verne aus, der ist doch auch noch relativ bekannt.
Den hat im Seminar auch jemand genannt. Der Dozent meinte: “Leider nicht dabei, ist wohl zu spannend.” Traurig aber wahr…
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass in F; I; D; und E auch Iren genannt werden durften. Amis hingegen nicht.
Leck! Wer ist denn die Dante-Tante? Den Namen kenne ich, könnte aber auch so ein Hesse sein oder so.
Was ist mit “Bertold Brecht bricht”?
Der Dante war kein Hesse sondern Italiener, was die Sache aber auch nicht besser macht…
Und der Berthold
MüllerBrecht ist auch nicht unter den ersten 10. (Spanien 7.; Frankreich 8.)Ab morgen gibt es Tips.
Ha, ein Hesse? Doch nicht der Hermann? Ach nee, der war ja Jungenschaftler.
Was ich eigentlich sagen wollte: James Joyce. Der ist mein nächster Tipp, und nicht etwa der Hesse, der Hermann.
Aber hat ja schon was von Grand Prix. Germany eight points, Allemagne huit points.
Und ob. Ich glaub wenn das hier fertig ist machen wir mal noch ne TAT Readers Digest Liste.
Ja, der Joycen James landet auf Platz 9, vor allem Dank der Deutschen, bei denen er auf Platz 4 liegt. Spanien hat ihn auf der 5, Italien auf 9.
Gut, dann probier ich es mal mit nem großen Franzosen. Victor Hugo.
Leider nein. Hugo taucht bei keiner Nation unter den Top 10 auf. Aber die Franzosen fehlen tatsächlich noch.
Der Hugo ist aus Birkenfeld… Das ist zwar nahe am Saarland, aber nicht in Frankreich. Und ich bin mir nicht sicher ob der schreiben kann.
Egal. Ich denke mir mal noch einen aus. So nen dichten Dichter. Im Regal muss ich eher nicht gucken.
=== es folgt eine ca. 30-minütige Pause ===
Kaffka?
Leck mich am Besen. Der Mo hat mir heut Abend beim Saufen gefühlte 20 Schreiberlinge genannt, bei denen es eigentlich wahrscheinlicher ist, dass sie in dieser Liste auftauchen. Trotzdem stimmt es: Franz Kafka liegt im Gesamtvoting auf Rang 5.
Spanien: 2. (!!!Vor Goethe und Brecht!!!)
Italien: 3.
Frankreich: 5.
GB: 9.
Boah! Ich bin voll das literarische Quartett! Alleine!
Ich überleg mir noch einen während ich frühstücke…
Mach das. Ich glaub es ist fair, wenn ich an der Stelle verrate, dass die Deutschen somit alle genannt sind. Kein Heine, kein Lessing.
Boah, dann wird es jetzt schwer…
so, schalt ich mich auch mal ein:
ich hab da nen franzosen im kopf, aber nich molière. aber irgendwer von dessen kaliber. egal, so lang schick ich schonmal molière ins rennen.
Ich dachte grade an Mozart. Aber der ist ja aus dem Iran gewesen. Oder so.
@David: lass die anderen Kaliber mal stecken. molière stimmt und landet auf Platz 8.
England/Deutschland: 6.
Italien: 7.
Spanien: 8.
Hm…ich glaube ich hatte noch Balzac genannt…von den Franzosen. Hoffe, das ist jetzt der, der richtig war, weil an den Rest erinnere ich mich nicht mehr :-/
Balzac? Hattest du genannt, das stimmt wohl. Alles klar. Honoré de Balzac. Was für ein dämlicher Name.
Und allein der dämliche Name ist auch schon Grund genug, dass er nicht dabei ist und überhaupt nur bei den Deutschen auf Platz 5 auftaucht.
Um es zu vereinfachen: Es fehlen jetzt noch ein Engländer, ein Franzose und ein Spanier.
Gut.. WILDE guesses… OSkar Wilde please. Schick den mal noch ins rennen. dne dürften ja wohl Engländer und Franzosen kennen.
Kennen sicher, aber die Engländer durften den ja nicht nehmen. Und die Franzosen wollten scheints nicht. Er taucht tatsächlich nirgends in den Top 10 auf, für mich völlig ungerechtfertigt.
Hat der Molli-Irgendwas keinen Vornamen?
“Molière (eigentlich Jean-Baptiste Poquelin; * vermutlich am 14. Januar 1622 in Paris; getauft am 15. Januar; † 17. Februar 1673 in Paris)” … “Molière (wie er sich vermutlich bereits ab 1643, spätestens jedoch ab Juni 1644 nannte)” Quelle: Wikipedia
Wozu verlinke ich die Homies eigentlich da oben?
Ah, ein Fahrtenname! Bei welchem Bund war der denn? mouvement-oiseau oder was? Bei dem Namen hätte ich mir aber auch ein Pseudonym aufgedrückt
Und denkst du ernsthaft, ich könnte selbstständig klicken?
Ja Thomas, dann wirst du es uns wohl verraten müssen. Ich glaube die letzten sind einfach zu schwierig.. oder aber du gibts mal vorab schon entscheidende Tips. Spannend isses auf jeden Fall!
Dann wage ich mich mal an den geschätzten Spanier, und da ich nur einen bekannten spanischen Autor kenne (auf Anhieb zumindest), fällt mir die Auswahl nicht schwer. Außerdem klingt er so ähnlich wie das spanische Wort für Bier, der gute Herr Cervantes!
Und wer nach Pils klingt muss natürlich in die Top 10. Klar, Cervantes ist dabei und sogar auf Platz 3. Der ist für die Spanische Literatur schließlich so was wie Sinnlos im Weltraum für die Hobby-Synchro Szene.
Frankreich/Deutschland: 3.
England: 4.
Italien: 5.
Tips gibt es dann ab morgen endgültig.
Ich tipp dann mal auf Jean Paul Sartre. Obwohl mir Simone de Beauvoir lieber wäre, wegen der frauenquote.
Leider nein. Weder der eine noch
derdie andere ist auf einer der Landeslisten. Viel mehr Franzosen gibts aber doch schon nicht mehr…Proust? Klingt immerhin fast wie prost, hat also auch was mit Bier zu tun…
Treffer. Proust teilt sich mit Thomas Mann Platz 6/7.
England: 3.
Spanien: 4.
Italien/Deutschland: 8.
Fehlt nur noch Platz 10. Den schafft ihr dann auch noch.
Und das ist ja nach Adam Riese ein Engländer. Lord Byron?
nee, viel einfacher.
Daniel Defoe?
nicht so einfach. bin jetzt übrigens m bett. könnt ihr noch ne nacht drüber schlafen.
Darf ichs jetzt noch sagen?
oder lassen wir den Mo weiter raten?
Oh Mann, das lässt mir aber jetzt keine Ruhe. Charles Dickens. Oder ist der auch zu einfach?
sagen darf natürlich jeder alles. aber kontrollieren werd ich erst morgen
Jap, der dicke Kalle war der letzte, der gefehlt hat. Schade eigentlich, aber damit ist der Spaß leider vorbei. Hier nochmal die kompletten Landeslisten:
Frankreich
1. Shakespeare
2. Goethe
3. Cervantes
4. Dante
5. Kafka
6. Dickens
7. Mann
8. Brecht
9. Lorca
10. Pirandello
England
1. Dante
2. Mann
3. Proust
4. Cervantes
5. Goethe
6. Moliere
7. Schiller
8. Heine
9. Kafka
10. Boccaccio
Spanien:
1. Shakespeare
2. Kafka
3. Goethe
4. Proust
5. Joyce
6. Dante
7. Brecht
8. Moliere
9. Dickens
10. Mann
Italien
1. Shakespeare
2. Goethe
3. Kafka
4. Mann
5. Cervantes
6. Lorca
7. Moliere
8. Proust
9. Joyce
10. Baudelaire
Deutschland
1. Shakespeare
2. Dante
3. Cervantes
4. Joyce
5. Balzac
6. Moliere
7. Dickens
8. Proust
9. Voltaire
10. Boccaccio
Nagut. Von den meisten hab ich wenigstens mal den Namen gehört. Also von denen in der Top 10. Aber der mit dem Bier ist mir völlig fremd. Was für ein Stamdardwerk stammt von dem?
Welcher mit dem Bier? Gab ja mehrere.
Cervantes wäre “Don Quijote”, der erste moderne Roman.
Bei Proust musste ich ehrlich gesagt selber nachschauen, mit frankophoner Literatur hab ich es nicht so, wenn es über den kleinen Prinzen hinaus geht. Aber bei dem wäre wohl vor allem “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” zu nennen, ein Roman in sieben(!) Bänden.
Ohne die Schwarte gelesen zu haben dazu passend ein Zitat aus einem anderen bedeutenden Roman: “Wenn Bücher dick sind, dann deshlab, weil der Autor nicht die Zeit hatte sich kurz zu fassen.”