Archiv für Oktober 2008

Crazy Race

Grade hatte ich im Zug nach Hause eine Interessante Begegnung: eine Gruppe von Spaniern sprach uns an und erklärte, dass sie auf einem Verrückten Rennen durch ganz Europa sind.

Der Hintergrund: Sie machen bei einer Aktion von Red Bull mit. Es geht darum in 8 Tagen möglichst weit durch Europa zu reisen, dabei möglichst viel Check Points abzuklappern und am Ende in Paris anzukommen.

Die Schwierigkeit: Die Leute haben kein Geld, keine Kreditkarten und kein Handy. Das einzige was sie haben ist eine oder mehrere Paletten Red Bull Dosen, die gegen Nahrung, Obdach und Dienstleistungen getauscht werden können. An jedem Checkpoint gibt es Nachschub, ist alles weg hat man Pech gehabt.

Morgen ist das Finish in Paris und von uns wollten sie Infos darüber, ob sie es bis morgen um 5 noch bis Heidelberg und von dort aus nach Paris schaffen könnten und wie teuer die Zugkarte wäre. Da ich die ganze Aktion sehr witzig finde habe ich auch noch eine Dose Energie Gesöff gekauft, für ein bisschen mehr als den normalen Marktpreis.

Irgendwie haben mir die Erzählungen grad ein bisschen Lust auf Fahrt gemacht. Vielleicht melde ich mich bei einer Wiederholung der Aktion ja selbst an, ich nehm auf jeden Fall den Benny mit. :-)

DJ Schnuub feat. Maxi King

[Trigami-Review]

Die Freistunde zwischen zwei Vorlesungen habe ich gerade genutzt um meine Fähigkeiten als DJ auszuprobieren.
Kinder Maxi King sucht gerade den ultimativen Remix des zugehörigen Werbespots. Und wer könnte da besser aushelfen als der musikalisch hoch begabte Thomas?

Um teilzunehmen musste ich erstmal meinen Flashplayer auf den neuesten Stand bringen, was reibungslos klappte, und schon hatte ich ein virtuelles DJ Pult auf dem Schirm, an dem man verschiedene Instrumente, Gesangspuren und Videoclips zusammen schneiden konnte.

Remix Deluxe

Nach ein bisschen Probieren hatte ich den Bogen schnell raus und konnte anfangen rum zu spielen, was auch ziemlich Spaß machte, wenn auch die Leute in der Cafeteria um mich rum etwas blöd guckten als ich, die Kopfhörer im Ohr, auf einmal anfing die Maxi King Melodie mit zu summen.

Bei meinem Remix habe ich vor allem mit verschiedenen Instrumenten experimentiert. Verschiedene Gitarren, Drums, Streicher, Piano und Bass habe ich mir ausgesucht und den dabei heraus gekommenen Soundtrack “Piano Loaden Melodic Death Metal Mix” getauft. Weil ich den ganzen Gangsta Hip-Hop Kram bekanntlich nicht so doll finde habe ich mich beim Gesang darauf beschränkt ab und an ein tiefes “Maxi KING” hören zu lassen. Ähnlich minimalistisch hielt ich es bei den Videos. Diese basieren nun vor allem auf Bildern von gekühlten Snacks und – Sex sells – leicht bekleideten Damen am Pool.

Auf der Homepage kann man jetzt für meinen Remix abstimmen. Macht das, denn wenn es gut ankommt kann ich im Idealfall eine Reise nach Miami gewinnen, ich schreibe auch jedem der für mich stimmt eine Karte. :-) Vor allem könnt ihr aber auch selber mischen, mich hat es so sehr gefesselt, dass ich fast die nächste Vorlesung verpasst hätte. Fazit: Lustige, coole Werbeaktion.

Es steigt weißer gelber Rauch auf

Für mich war das vergangene Wochenende ein von zwei Extremen geprägtes. Einerseits extrem cool, andererseits extrem ärgerlich und zum Teil auch Besorgnis erregend. In diesem Post möchte ich mich aber an das alte Sprichwort halten: “Mach es wie die Sonnenuhr und zähl die heitren Stunden nur.”

Die “heiteren Stunden” waren die des Stufenarbeitskreises. Da wir diesmal ganze neun Stunden zur Verfügung hatten konnten wir es seit langem mal wieder ruhig angehen lassen und viele Singe- und Spielpausen einlegen. Natürlich wurde auch etwas geschafft.
Das Pfingstlager Stufenprogramm steht in weiten Teilen und verspricht viel Spaß. Mit Phileas Fogg geht es in 80 Tagen um die Welt, ein sehr schönes Thema aus dem sich viel machen lässt.
Über die grenzen der bekannten Welt hinaus wird uns das Landeswölflingslager führen: Es geht nach Atlantis. Besonders an dem Lager wird aber vor allem auch die Kulisse, denn wenn alles so klappt wie wir uns es vorstellen findet es zu Füßen des Hambacher Schlosses statt.
Im Herbst wird das Landesmeutenführertreffen uns nach Speyer führen. Thematischer Schwerpunkt ist die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Meute.

Diesmal gab es nach dem Abendessen noch einen einstündigen Stufenblock, den wir in der Wölflingsstufe mit einem fetzigen Singeabend und einer Dschungelbuchgeschichte füllten, was für mich mit der schönste Teil des Wochenendes war. Das aller aller aller beste ist aber, dass endlich -womit sich die Überschrift erklärt- eine personelle Veränderung an der Spitze der Wölflingsstufe im LV passieren wird. Habemus Co-LB! Ich bin ebenso begeistert wie der Arbeistkreis, dem ich, im Rahmen des Abendblocks, Danny als neue Landesbeauftragte vorstellte.

Insgesamt freue ich mich schon jetzt auf ein neues gelbes Jahr mit vielen Gipfeln. Über die Täler mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.

Weimarer Zustände?

Ist die Finanzkrise jetzt eigentlich überstanden? Schade, ich habe letzten Sonntag zum ersten Mal seit Jahren für 1,10 € getankt. Können wir bitte noch eine Finanzkrise haben?

Diese “Überlegung” aber nur am Rande, denn eigentlich ist dieser Post eine Literaturempfehlung. Oder eine Literatur Weiterempfehlung, die ich aus meiner heutigen Vorlesung “Literatur und Kultur der Weimarer Republik” mitgebracht habe.

Aus gegebenem Anlass schloss der Professor die Sitzung mit einem Auszug aus Kurt Tucholskys (unter dem Pseudonym “Kaspar Hauser”) Glosse “Kurzer Abriß der Nationalökonomie” von 1931. Wie vom Prof auch von mir der Hinweis: Gewisse Ähnlichkeiten zu gewissen zeitgenössischen Bankern und Geschehnissen sind wohl nicht rein zufällig.

Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.
Wenn die Unternehmer alles Geld im Ausland untergebracht haben, nennt man dieses den Ernst der Lage. Geordnete Staatswesen werden mit einer solchen Lage leicht fertig; das ist bei ihnen nicht so wie in den kleinen Raubstaaten, wo Scharen von Briganten die notleidende Bevölkerung aussaugen. Auch die Aktiengesellschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Nationalökonomie. Der Aktionär hat zweierlei wichtige Rechte: er ist der, wo das Geld gibt, und er darf bei der Generalversammlung in die Opposition gehn und etwas zu Protokoll geben, woraus sich der Vorstand einen sog. Sonnabend macht. Die Aktiengesellschaften sind für das Wirtschaftsleben unerläßlich: stellen sie doch die Vorzugsaktien und die Aufsichtsratsstellen her. Denn jede Aktiengesellschaft hat einen Aufsichtsrat, der rät, was er eigentlich beaufsichtigen soll. Die Aktiengesellschaft haftet dem Aufsichtsrat für pünktliche Zahlung der Tantiemen. Diejenigen Ausreden, in denen gesagt ist, warum die A.-G. keine Steuern bezahlen kann, werden in einer sogenannten ›Bilanz‹ zusammengestellt.

Zusammenfassend kann gesagt werden: die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers.

In: Die Weltbühne, 15.09.1931, Nr. 37, S. 393.

Den ganzen Text kann man hier lesen.

Electing a US President

Heute in zwei Wochen ist ein bedeutender Tag und das nicht nur, weil es 2 Tage vor dem Geburtstag meiner Oma ist. Nein, vielmehr wird an diesem Tag der Präsident der Vereinigten Staaten gewählt, was für uns Anglisten natürlich nicht ganz irrelevant ist, auch wenn wir nicht über Ölquellen verfügen.

Auf youtube habe ich grade ein schönes Video gefunden, wo in einfachem Englisch erklärt wird, wie so eine Wahl von Statten geht.

Via Common Craft (Dort gibt es noch mehr Videos in ähnlichem Stil zu einigen Themen.)

Wer mehr über die USA, die Eigenarten ihrer Bewohner und sonstige Kuriositäten wissen möchte, sollten unbedingt den Feed von USA Erklärt abonieren. Dort gibt es auch eine, mittlerweile achtteilige, Serie über die Wahl. Sehr lehrreich und unterhaltsam.

Aufstehen!

Ab morgen geht es wieder vier mal die Woche zum studieren nach Trier. Der Stundenplan für das kommende Semester ist überaus voll, Von Montag bis Mittwoch muss ich zur ersten Veranstaltung erscheinen, donnerstags erst am Nachmittag, dafür bleibe ich bis 20 Uhr. In farbe und bunt sieht das dann so aus:

Die beiden gespaltenen Felder stehen jeweils für eine Doppelbelegung. Da werde ich mich spontan entscheiden wohin ich gehe. Auf dem Plan fehlt noch eine Projektstudie, die größtenteils online abläuft. Zusammen macht das schlappe 32 Semesterwochenstunden. Ziemlich hart, aber was muss das muss. Ein Blick auf die Studienordnung sagt, dass ich danach insgesamt nurnoch 22 Stunden zu machen habe. Theoretisch könnte ich also nach dem Sommersemester 09 (Nicht zu verwechseln mit dem gleichnummerierten BVB) scheinfrei sein. Doch grau, mein Freund, ist alle Theorie.

Jetzt, am Abend vor Veranstaltungsbeginn frage ich mich grade ob dies schöne Ferien waren. Zum Teil sicherlich. Wacken und Irland waren natürlich zwei Höhepunkte. Vor allem aber waren es arbeitsame Ferien. Ich habe 5 (in Worten: Fünf) Hausarbeiten geschrieben, insgesamt über 80 Seiten. Ausserdem stehen zeitnah 2 Prüfungen an, die teilweise schon vorbereitet sind. Vom Gefühl her bräuchte ich also nach diesen “Ferien” erstmal Urlaub.

How to write a Hausarbeit (7) Die Endfertigungsphase

Es ist etwa 20 Uhr am Vorabend des Abgabetermins und tatsächlich: Die Arbeit ist fertig! Ausdrucken, abheften und morgen beim Prof in den Briefkasten. Aber Moment… irgendwas war da doch noch. Ach ja! Meine miserable Rechtschreibung und desolaten Kenntnisse in Zeichensetzung (beides ist übrigens im Deutschen schlechter als im Englischen).
Zum Glück bin ich selbst ein grundsätzlich hilfsbereiter Kerl und so gibt es eigentlich immer jemanden der glaubt mir einen Gefallen zu schulden, den ich dann breitschlagen kann noch schnell drüber zu lesen.

So endet die Geschichte meiner Hausarbeiten. Die meisten werden auf die Art und weise sogar ganz gut. Zum dem Zeitpunkt, an dem ich dies schreibe befinde ich mich übrigens am Ende der Phase des schlechten Gewissens. Bis dieser Beitrag veröffentlicht wird dürfte die Hausarbeit also eigentlich fertig sein.

Update: Ja, ist sie. ;-)

How to write a Hausarbeit (6) – Die Arbeitsphase

Wir befinden uns nun etwa 4 Tage vorm Abgabetermin. 20 Seiten sollen es mal werden, die bisher getippte Einleitung ist gerade mal eine Seite lang. Also ab auf den Hosenboden. In dieser Phase klingelt bei mir auch in den Ferien der Wecker, bei humanen 8:30. Wenn ich später aufstehe ist eine meiner produktivsten Zeiten am Tag schon vorbei. In den folgenden dreieinhalb Tagen stehe ich von Morgens bis Abends wirklich nur zum Essen und zum… naja… ihr wisst schon vom Arbeitsplatz auf. Ansonsten tippe ich durch. Da bedarf es natürlich einiger probater Hilfsmittel. Hier mein Ranking:

3. Platz: Schokolade, Gummibärchen usw.
Darauf greife ich eher selten zurück, eigentlich nur in Notsituationen. Selbst dann bevorzuge ich Schokolade beim schreiben in der flüssigen Form Kakao. Alles andere gibt hässliche Flecken auf dem weißen MacBook.

2. Platz: Salzstangen
Weniger aus Hunger als aus Gründen der Nervenberuhigung stopf ich mir davon durchaus mal eine ganze Packung rein, während ich am Schreibtisch sitze. Keine Ahnung warum ausgerechnet die, vielleicht eine art Tick oder Aberglaube.

1. Platz (man ahnt es wohl schon): Kaffee
Ich trinke ja immer ziemlich viel davon, aber in diesen dreieinhalb Tagen unterstütze ich die Wirtschaft der KPS (=Kaffee produzierende Staaten) ganz enorm.

In diesen drei Tagen bleiben ausserdem einige Computerprogramme aus als da wären: Adium, Mail, und der Feedreader. Im Browser meiner Wahl meide ich Seiten wie StasiVZ, wer-hasst.wen.de, duTube und ähnliches. So geht es einigermaßen flott voran, die letzte Phase steht bevor.

Det er ikke plasser tilgjengelig i kategorien du ønsket

Wir unterbrechen die “How to write a Hausarbeit” Serie für einen Frust-Post.

Nein, ich bin nicht auf der Tastatur eingeschlafen. Die Überschrift ist vielmehr Norwegisch und bedeutet: Keine Tickets in der gewählten  Kategorie mehr verfügbar.

Nachdem alle Deutschlandkonzerte der AC/DC Welttournee innerhalb weniger Stunden ausverkauft waren haben Genge, Schneyra und ich heute morgen ab 9 Uhr vor unseren Apfelkisten gesessen und versucht uns Karten für die Show in Oslo zu sichern. Leider ohne Erfolg. Erst rauchte der Server ein ums andere mal ab und als der erste Ansturm vorüber war stand dort auch schon der Satz aus der Überschrift.

Im Moment sind wir alle ein bisschen gefrustet und ich wünsche jedem, der aus Kalkül 2 Tickets gekauft hat und diese jetzt für das vielfache des Originalpreises bei Ebay verkloppt, dass er Volksmusik Fan ist und auf den Karten sitzen bleibt.

How to write a Hausarbeit (5) – Die Präparatorische Phase

Die Phase des schlechten Gewissens wird bei mir immer durch ein sehr konkretes Ereignis beendet, nämlich durch eine eMail von der universitären Bibliothek, die mich daran erinnert, dass in einer Woche die Leihfrist für die Bücher endet, die ich auf dem Höhepunkt der Phase des guten Willens ausgeliehen habe. Bis zum Abgabetermin sind es jetzt für gewöhnlich noch etwa sieben Tage, von denen die Präparatorische Phase zwei bis drei einnimmt. Was geschieht in dieser Phase?

  • Zunächst wird alles benötigte Arbeitsmaterial an einen Platz geschafft. Das Handout vom Referat aus der Prä-Präparatorischen Phase wird entweder aus dem Haufen mit den Unterlagen vom vergangenen Semester heraus gekramt oder, wenn unauffindbar, neu ausgedruckt. Da mich in meinem Zimmer zu viel ablenkt ist der perfekte Ort meistens unser Esszimmer, der langweiligste und am wenigsten benutzte Raum im Haus.
  • Es folgt das Erstellen einer Gliederung. Hierbei geschieht für meine Begriffe immer ein Wunder: Es zeigt sich, dass die Phasen des guten Willens und des schlechten Gewissens gar nicht so unnütz waren. Unterbewusst hat man nämlich sehr wohl immer mal wieder an die Arbeit gedacht. Nicht viel, nur hier und da mal ein Gedanke. Gerade genug, dass man es selbst nicht merkt. Das hat jedoch den Effekt, dass man zu Beginn der Präparatorischen Phase schon ziemlich genau weiß, was man eigentlich schreiben will.
  • Nach dem Erstellen der Gliederung wird die Literatur überflogen. Dabei fallen mir meistens schon Zitate auf, die meine Ideen stützen. Die hacke ich dann auch direkt mit der passenden Quellenangabe in die Datei aus der Phase des guten Willens.
  • Auf dem Höhepunkt dieser Phase, der anders als bei der Phase des guten Willens immer am Ende liegt, schreibe ich dann das Literaturverzeichnis und die Einleitung. An dieser Stelle ein Geständnis: Ja, ich schreibe meine Hausarbeiten gegen die eindeutige Empfehlung der meisten Professoren von Vorne nach hinten durch und nicht zuerst den Hauptteil und dann Einleitung und Schluss. Damit bin ich auch fast immer ganz gut gefahren.

Nach dieser, schon ziemlich arbeitsreichen Phase kann es endlich losgehen.






Zeo