Tralee-Limerick-Doolin

Dieser Beitrag entsteht am 26.08.2008 um 21:41 irischer Zeit im Aile River Hostel in Doolin.

In aller Frühe verabschiedete ich mich heute Morgen von Fabi und machte mich auf den Weg aus der Stadt. Vom Bayview Campingplatz ist es ein kleiner Umweg, wenn man die Straße in Richtung Limerick gehen will.
Nach etwa 2 Kilometern hatte ich einen Lift ins nächste Kaff. Dort verließ mich dann mein Glück mit dem Daumen ein wenig. Eine gute Stunde hat es gedauert da wieder raus zu kommen. Anschließend ging es aber wieder flott, in zwei Etappen bis Limerick.
Von der Stadt war ich wenig beeindruckt. Eine gewöhnliche Großstadt eben, eigentlich nichts Besonderes. Außerdem zeichnet sich Limerick nicht gerade durch Freundlichkeit gegenüber Bagpackern aus: In der ganzen Stadt gibt es kein einziges Hostel, das billigste Bett, dass mir in der Touri Info angeboten wurde sollte 50 € kosten. Nichts wie weg hier. Trotzdem habe ich am Busbahnhof noch meinen Limerick-Limerick verfasst. Zum Thema habe ich mir ein typisch Irisches Motiv gewählt: Die Glorifizierung des eigenen Heimatlandes.

Irland ist grün über das ganze Jahr,
weshalb ich hier auch schon so oft war.
Die Laune wird nicht mal vom Regen vermiest,
was man hier mit Stout und mit Cider begiesst.
Schöner ist’s nur im Land an der Saar.

Nicht gerade Hochliteratur, aber für am Bahnhof auf einen Werbeflyer gekritzelt auch wieder nicht schlecht.

Der Bus brachte mich dann nach Doolin, wobei ich es besonders angenehm fand, dass der Fahrer kurz vor dem Ort eine Umfrage machte, wer denn ich welches Hostel oder B&B House möchte und dann jeden Fahrgast direkt vor seiner Bleibe absetzte. Ich hatte mich für das Aile River Hostle entschieden, dass auch über einen Campingplatz verfügt. Da das Glück mit den Dummen ist konnte ich dort den letzten freien Campspot beziehen, den ich für schlappe 7,50 € die Nacht gleich für 2 Tage gebucht habe.

Den Trip zu den Aran Inseln kann ich mir glaube ich abschminken. Die Preise fürs übersetzen sind echt gesalzen und ich bin nicht gewillt für eine Stunde Bootsfahrt 40€ auszugeben. Stattdessen werde ich wohl den Galway Aufenthalt ein bisschen ausgiebiger gestalten. Ein Hostel hab ich schon im Auge.

Jetzt geht’s aber erstmal in einen lokalen Pub. Ich habe mich einer Deutschen und einem Italiener angeschlossen, die gerade schon gelangweilt darauf warten, dass ich hinne mache. Also: Prost.

Update um 00:42 Uhr: Der Pubbesuch hat sich gelohnt! Doolin wird im Lonely Planet als die Stadt empfohlen, wenn es um traditionelle Musik und Pub Sessions geht. Zu recht, wie sich rausstellte! In der Kneipe unserer Wahl hatte sich eine fünfköpfige Schar formiert. Geige, Gitarre, Akkordeon und zwei Jungs, die zwischen allen mir bekannten und unbekannten Blasinstrumenten hin und herwechselten. Vom alter her reichten die fünf von Anfang zwanzig bis geschätzte siebzig und zusammen unterhielten sie den ganzen Pub mit einem Lied nach dem anderen. Eines kannte ich sogar und ich kann euch sagen, dass es ein ziemlich cooles Gefühl ist, in einem kleinen Pub im County Clare, nahe der Küste zu sitzen, wenn draussen der Wind pfeift und drinnen fünf kernige Iren “It’s a long way from Clare to here” anstimmen. Auf ein Foto habe ich bewusst verzichtet. Blitzlicht hätte zu der Stimmung mal so gar nicht gepasst. Aber wer wissen will wie es aussah kann sich eine beliebige CD Box a la “Best of Pub Songs”

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