Dieser Beitrag entsteht am 27.08.2008 um 16:42 irischer Zeit im Aile River Hostel in Doolin.
Für heute stand eine Wanderung zu den nahe gelegenen Cliffs of Moher auf dem Programm. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg, den ich anhand einer Karte ohne Maßstab, die ich aus dem leider unbesetzten Tourist Office entwendet habe, auf etwa 10 Kilometer schätzte. An der Bushaltestelle, von der ich Morgen nach Galway aufbrechen will, war es dann endlich so weit. Nach BPS, Weltenbummlern und Royal Rangers (sind ein paar hier im Hostel) traf ich endlich auch eine Fahrtengruppe aus dem BdP. Die Jungs und Mädels vom Stamm Artus aus Bayern sind heute nach Galway aufgebrochen. Vielleicht treffe ich sie ja morgen noch mal.
Die zu bewältigende Strecke verlängerte sich recht bald, als ich ein wenig abseits vom eigentlichen Weg dieses Schild entdeckte.

Mal wieder erschallte aus dem Nichts die Titelmelodie von Indiana Jones und ich konnte nicht anders als mich ins Abenteuer zu stürzen. Der Heldenmut sollte mit atemberaubenden Aussichten auf den an diesem Tag ziemlich wilden Atlantik belohnt werden. Leider war nach etwa anderthalb Kilometern Schluss, da der Matsch und, wie ich durch olfaktorische Experimente feststellte, der Kuhmist zu tief für meine Wanderstiefel wurden.

Der weitere Weg zu den Cliffs war, etwa neun Kilometer lang, ich hatte also ganz gut geschätzt. Als ich ankam war ich schon ein bisschen überrascht was sich hier in den acht Jahren seit meinem letzten Besuch getan hat. Damals stand auf der Wiese ein Hinweisschild, dass man selbst schuld sei, wenn man runter fällt oder so. Man konnte jedenfalls bis ganz zum Rand der Klippen vorgehen, sich auf den Bauch legen und runterschauen. Heute steht an der selben Stelle ein monströses Tourismus Zentrum mit Geschäften, Ausstellungen und Führungen, natürlich gegen Bezahlung und die Klippen sind mit einer Mauer gesichert. Früher gab es eben doch von allem mehr, natürlich auch mehr Abenteuer. Hinzu kam, dass heute ein sehr nebeliger Tag ist und man von den Klippen nicht viel zu sehen bekam. Aber schon die Geräusche, die die See verursacht, wenn sich die Wellen an der Steilküste brechen sind beeindruckend.
Den selben weg noch mal zurückzulaufen hatte ich keine Lust. Es ergab sich, dass ich von zwei Holländischen Damen, die auch von den Klippen aus nach Doolin wollten, mitgenommen wurde. Die Information über den kürzesten Weg gegen einen Lift in die Stadt, guter Deal. Die Fahrerin sagte mir leider erst, als ich auf dem Rücksitz saß, dass sie gerade zum ersten mal ein Auto mit Lenkrad auf der anderen Seite steuert, was sich in ständigem Verschalten niederschlug, was am Berg besonders lustig ist. Überlebt habe ich es trotzdem und bis direkt zu meinem Hostel haben sie mich auch gebracht. Dort erfüllten sich dann noch mal alle Klischees, als sie mich fragten ob es in der Stadt einen Coffee Shop gäbe. Zum Glück klärten sie mich gleich darüber auf, dass sie “not looking for Weed” sind, sondern nur ihr Englisch ein bisschen mau ist und sie eigentlich nur einen Kaffee trinken wollen. Damit konnte ich dann schon eher dienen…

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