Archiv für August 2008

Zwischenbilanz

Dieser Beitrag entsteht in Echtzeit im Kinlay House Hostel in Galway.

Heute ist mein Urlaub vorbei. Nachher werde ich mit dem Bus nach Ballinrobe fahren und am Montag fange ich dort an zu arbeiten. Grund genug die vergangenen Tage ein wenig zu reflektieren. Das tue ich in verschiedenen Bereichen. Fangen wir mit dem offensichtlichsten an:

Irland
Einmal mehr habe ich erfahren , warum dies mein lieblings Reiseland ist. Man muss nicht unbedingt in die Tourismusgegenden um schöne Landschaften vorzufinden, es ist eigentlich überall cool. Städte haben ebenso ihren Reiz wie das platte Land und die Pubs haben einen Charm, den man schlecht mit Worten beschrieben kann.
Die Leute sind unglaublich freundlich, wenn ich diesmal auch mehr Glück mit Engländer, Amis und so weiter hatte, zumindest was das mitgenommen werden angeht.
Leider wird die Insel immer touristischer. Wie lange man hier noch so gut auf fahrt gehen kann weiß ich nicht, bin aber froh dies nun schon mehrmals erlebt zu haben.

Hostels
Ich war ausnahmslos mit allen Herbergen in denen ich war sehr zufrieden. Sauber, warmes wasser, ein Bett. Mehr brauche ich nicht. Kostenloses W-Lan und Frühstück sind in den allermeisten Bleiben nette Gimicks, die sich kaum auf den Preis auswirken. Ich habe zwischen 14 und 18 € bezahlt, in Dublin etwas mehr. Viel günstiger geht es hier zu Lande nicht.

Campingplätze
Das Netz an reinen Zeltplätzen ist leider nicht so dermassen gut ausgebaut. Dafür vermieten viele Hostels mittlerweile auch ihre Gärten an Camper. Kostenpunkt zwischen 7,50 und 10 € pro Nacht. Auf manchen reinen Campingplätzen kosten Duschen und Waschmaschine extra, in den Hostels darf man als Camper alle Einrichtungen mitbenutzen.

Alleine auf “Fahrt” sein
Bis auf die fünf Tage mit Claudi war ich alleine unterwegs. Oft war ich trotzdem nicht wirklich alleine, eben weil ich viele Pfadfinder getroffen habe und dort immer schnell Anschluss fand.
Trotzdem war ich einen guten Teil der Zeit ganz auf mich selbst gestellt, was ein ziemlich fremdartiges Erlebnis war. Nicht weil es Situationen gegeben hätte, mit denen ich nicht klar gekommen wäre, sondern einfach weil es befremdlich war mit Rucksack und Zelt umher zu ziehen ohne zum Beispiel mit den Herren Schneyra oder Gengenbach zwischendurch dumm zu schwätzen. Es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung. Aber ich bin auch froh, wenn es demnächst mal wieder mit nem Haufen anderer Torfnasen auf die Piste geht.

Unterwegs mit dem Plastikzelt
Das mache ich nie, und ich wiederhole, nie wieder! Ab jetzt gehen bei solchen Touren zwei Kohtenplanen mit und basta. Ich hatte mich für die Plastikvariante entschieden um Gewicht zu sparen (Ryanair). Das war am falschen Ende gespart. Das Igloo war nie wirklich dicht und ich musste immer an verschiedenen Stellen Töpfe aufstellen um das Wasser aufzufangen. Vom Packmass ganz zu schweigen. Ausserdem war es für 2 Personen mit Gepäck zu klein.

Lonely Planet
Kurz und knapp: Der beste Reiseführer der Welt. Ich hatte die englische Ausgabe von Januar 2008 mit und alles was dort stand stimmte haarklein. Nur die Preise waren nicht immer 100% genau, meistens war die Wirklichkeit aber sogar billiger als beschrieben, was zu angenehmen Überraschungen führte.

Wetter
Tja… irisch eben. Alle einheimischen sagen mir, es sei der schlechteste Sommer aller zeiten. Verglichen mit letztem Jahr, als ich viel zu wenig Sommerkleidung mit hatte, kann ich zustimmen. Es hat wirklich viel geregnet und blauen Himmel gab es nur selten. Das ist aber kein Beinbruch, denn Irland ist wohl einer der wenigen Flecken auf der Welt, der seinen vollen Charme erst bei schlechtem Wetter entfaltet.

Fazit
Ich hatte zwei sehr schöne Wochen. Jetzt freue ich mich aber auch darauf, ein festes Dach zwischen mir und dem irischen Regen zu wissen. Ausserdem bin ich gespannt was die Schulzeit so bringen wird. Auf in die zweite Halbzeit!

One Night in Galway

Dieser Beitrag entsteht in Echtzeit im Kinlay House Hostel in Galway.

Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte gab es gleich eine dicke Überraschung. Ausser mir nächtigten dort noch ein dicker Franzose, ein Ami mit Krücken und 5 – ja was wohl – ja, 5 Pfadfinder. Das und die Tatsache, dass der Herbergsvater ein Wacken 2008 Festivalbändchen trägt, liessen mich auf einen coolen Aufenthalt hoffen.

Mit den Pfadfindern, ich verschweige den Bund hier absichtlich, es war allerdings keiner der “großen”, bin ich später in den Pub, wo ich einmal mehr einer coolen Session beiwohnen durfte. Diesmal hatten sich bestimmt 15 Musiker verschiedenen Geschlechtes und Alters zusammengefunden und Jamten auf den verschiedensten Instrumenen drauf los.

Soweit zum angenehmen Teil. Als ich mit den fünf Jungs am Tisch saß wollte einer von ihnen, der vom Aussehen her übrigens der Bruder vom Ramsteiner Penning sein könnte, wissen, was wir denn im BdP “so machen.” Ich erzählte also kurz was über Pfadfinderarbeit im BdP, Ziele, Konzepte, das übliche halt.

Im weiteren Verlauf des Gespräches stellte er immer häufiger Fragen, besonders zum Thema Ausbildung und Kultur, die nach meinem bescheidenen Dafürhalten (dass in dieser Hinsicht gar nicht so bescheiden ist, ich studiere so was ähnliches immerhin) von Grundweg auf Konfrontation ausgelegt waren. Aber wie gesagt, ich bin ja quasi Profi und so ließ ich mich nicht auf einen Streit ein. Dann ging er dazu über mir deren Kurssystem erklären zu wollen. Ganz hab ich es nicht verstanden aber es hörte sich für meinen Geschmack alles etwas zu hierarchisch an. Mutproben und Abzeichen für besondere Leistungen, die vorwiegend mit dem Beweis der eigenen Härte zu tun haben, können natürlich sein, sind aber nicht mein Geschmack. Die Idee von selbstbestimmtem Learning by doing und die Vermittlung von Inhalten wie der Umgang mit Gruppen kam mir dabei zu kurz. “Aber was solls, jedem das seine” dachte ich mir und lies mich auch durch die immer offensichtlicheren Seitenhiebe nicht provozieren. Irgendwann wurde es mir dann einfach zu spät und als die Jungs sich jeder einen Whiskey bestellten nutzte ich die Chance mich zu verabschieden. “Aha, trinken kann man im BdP also nicht” bekam ich als Antwort. Spätestens jetzt erschienen vor meinem inneren Auge groß und rot leuchtend die Buchstaben “I-D-I-O-T-E-N” und ich machte mich, ohne diese hirnverbrannte Aussage eines Kommentars zu würdigen, auf den nach Hauseweg.

Ich war gerade eingeschlafen, da wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen. Die fünf waren eingetroffen und zwei von ihnen waren in eine handfeste Keilerei verwickelt! Die anderen drei hielten die Streithähne auseinander und verfrachteten einen, es war übrigens “Penning”, in sein Bett. Der andere stand noch mehrere Minuten mitten im Zimmer und fluchte. Ich fühlte mich zwar arg belästigt, verkniff mir aber einzuschreiten, da ich als Grund für das ganze nicht ausschloss, dass sich nun herausstellte, wer wirklich nicht trinken kann. Und selbst eine aufs Maul brauche ich ja nun auch nicht. Jedenfalls gibt es jetzt einen dicken Franzosen und einen Ami mit Krücken mehr auf der Welt, die von Pfadfindern ein schlechtes Bild haben.

Die Krönung des ganzen erfolgte übrigens gerade eben, als einer der fünf, die mit ihrem Geschrei vermutlich das halbe Hostel aufgeweckt hatten, den dicken Franzosen dafür anblaffte, dass er ihn nachts mal angestubbst hätte. Er hatte einfach ein bisschen geschnarcht…

Mittlerweile sitzen übrigens alle fünf wieder einträchtig beieinander, was meine Vermutung, dass Whiskey der Grund für den Streit war, weiter verhärtet. Zum ersten mal, seit ich hier unterwegs bin, war ich froh mein Halstuch nicht zu tragen müssen. Schade.

Randnotitz

Dieser Beitrag entsteht in Echtzeit im Kinlay House Hostel in Galway

Ich warte gerade darauf, dass mein Zimmer für heute Nacht feritg wird. Die Zeit habe ich genutzt Bilder hochzuladen. Ab diesem Beitrag sind jetzt überall Bilder, wo sie hin sollen.

In einen Pub habe ich es gestern übrigens nicht mehr geschafft. Stattdessen habe ich lange an einer Pokerrunde mit zwei deutschen Mädels und einem Österreicher gesessen, die ich natürlich locker in die Tasche gesteckt habe. Schade, dass es nur um “Mensch Ärgere Dich Nicht” Figuren ging…

The Cliffs of Fog

Dieser Beitrag entsteht am 27.08.2008 um 16:42 irischer Zeit im Aile River Hostel in Doolin.

Für heute stand eine Wanderung zu den nahe gelegenen Cliffs of Moher auf dem Programm. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg, den ich anhand einer Karte ohne Maßstab, die ich aus dem leider unbesetzten Tourist Office entwendet habe, auf etwa 10 Kilometer schätzte. An der Bushaltestelle, von der ich Morgen nach Galway aufbrechen will, war es dann endlich so weit. Nach BPS, Weltenbummlern und Royal Rangers (sind ein paar hier im Hostel) traf ich endlich auch eine Fahrtengruppe aus dem BdP. Die Jungs und Mädels vom Stamm Artus aus Bayern sind heute nach Galway aufgebrochen. Vielleicht treffe ich sie ja morgen noch mal.
Die zu bewältigende Strecke verlängerte sich recht bald, als ich ein wenig abseits vom eigentlichen Weg dieses Schild entdeckte.

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Mal wieder erschallte aus dem Nichts die Titelmelodie von Indiana Jones und ich konnte nicht anders als mich ins Abenteuer zu stürzen. Der Heldenmut sollte mit atemberaubenden Aussichten auf den an diesem Tag ziemlich wilden Atlantik belohnt werden. Leider war nach etwa anderthalb Kilometern Schluss, da der Matsch und, wie ich durch olfaktorische Experimente feststellte, der Kuhmist zu tief für meine Wanderstiefel wurden.

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Der weitere Weg zu den Cliffs war, etwa neun Kilometer lang, ich hatte also ganz gut geschätzt. Als ich ankam war ich schon ein bisschen überrascht was sich hier in den acht Jahren seit meinem letzten Besuch getan hat. Damals stand auf der Wiese ein Hinweisschild, dass man selbst schuld sei, wenn man runter fällt oder so. Man konnte jedenfalls bis ganz zum Rand der Klippen vorgehen, sich auf den Bauch legen und runterschauen. Heute steht an der selben Stelle ein monströses Tourismus Zentrum mit Geschäften, Ausstellungen und Führungen, natürlich gegen Bezahlung und die Klippen sind mit einer Mauer gesichert. Früher gab es eben doch von allem mehr, natürlich auch mehr Abenteuer. Hinzu kam, dass heute ein sehr nebeliger Tag ist und man von den Klippen nicht viel zu sehen bekam. Aber schon die Geräusche, die die See verursacht, wenn sich die Wellen an der Steilküste brechen sind beeindruckend.

Den selben weg noch mal zurückzulaufen hatte ich keine Lust. Es ergab sich, dass ich von zwei Holländischen Damen, die auch von den Klippen aus nach Doolin wollten, mitgenommen wurde. Die Information über den kürzesten Weg gegen einen Lift in die Stadt, guter Deal. Die Fahrerin sagte mir leider erst, als ich auf dem Rücksitz saß, dass sie gerade zum ersten mal ein Auto mit Lenkrad auf der anderen Seite steuert, was sich in ständigem Verschalten niederschlug, was am Berg besonders lustig ist. Überlebt habe ich es trotzdem und bis direkt zu meinem Hostel haben sie mich auch gebracht. Dort erfüllten sich dann noch mal alle Klischees, als sie mich fragten ob es in der Stadt einen Coffee Shop gäbe. Zum Glück klärten sie mich gleich darüber auf, dass sie “not looking for Weed” sind, sondern nur ihr Englisch ein bisschen mau ist und sie eigentlich nur einen Kaffee trinken wollen. Damit konnte ich dann schon eher dienen…

Tralee-Limerick-Doolin

Dieser Beitrag entsteht am 26.08.2008 um 21:41 irischer Zeit im Aile River Hostel in Doolin.

In aller Frühe verabschiedete ich mich heute Morgen von Fabi und machte mich auf den Weg aus der Stadt. Vom Bayview Campingplatz ist es ein kleiner Umweg, wenn man die Straße in Richtung Limerick gehen will.
Nach etwa 2 Kilometern hatte ich einen Lift ins nächste Kaff. Dort verließ mich dann mein Glück mit dem Daumen ein wenig. Eine gute Stunde hat es gedauert da wieder raus zu kommen. Anschließend ging es aber wieder flott, in zwei Etappen bis Limerick.
Von der Stadt war ich wenig beeindruckt. Eine gewöhnliche Großstadt eben, eigentlich nichts Besonderes. Außerdem zeichnet sich Limerick nicht gerade durch Freundlichkeit gegenüber Bagpackern aus: In der ganzen Stadt gibt es kein einziges Hostel, das billigste Bett, dass mir in der Touri Info angeboten wurde sollte 50 € kosten. Nichts wie weg hier. Trotzdem habe ich am Busbahnhof noch meinen Limerick-Limerick verfasst. Zum Thema habe ich mir ein typisch Irisches Motiv gewählt: Die Glorifizierung des eigenen Heimatlandes.

Irland ist grün über das ganze Jahr,
weshalb ich hier auch schon so oft war.
Die Laune wird nicht mal vom Regen vermiest,
was man hier mit Stout und mit Cider begiesst.
Schöner ist’s nur im Land an der Saar.

Nicht gerade Hochliteratur, aber für am Bahnhof auf einen Werbeflyer gekritzelt auch wieder nicht schlecht.

Der Bus brachte mich dann nach Doolin, wobei ich es besonders angenehm fand, dass der Fahrer kurz vor dem Ort eine Umfrage machte, wer denn ich welches Hostel oder B&B House möchte und dann jeden Fahrgast direkt vor seiner Bleibe absetzte. Ich hatte mich für das Aile River Hostle entschieden, dass auch über einen Campingplatz verfügt. Da das Glück mit den Dummen ist konnte ich dort den letzten freien Campspot beziehen, den ich für schlappe 7,50 € die Nacht gleich für 2 Tage gebucht habe.

Den Trip zu den Aran Inseln kann ich mir glaube ich abschminken. Die Preise fürs übersetzen sind echt gesalzen und ich bin nicht gewillt für eine Stunde Bootsfahrt 40€ auszugeben. Stattdessen werde ich wohl den Galway Aufenthalt ein bisschen ausgiebiger gestalten. Ein Hostel hab ich schon im Auge.

Jetzt geht’s aber erstmal in einen lokalen Pub. Ich habe mich einer Deutschen und einem Italiener angeschlossen, die gerade schon gelangweilt darauf warten, dass ich hinne mache. Also: Prost.

Update um 00:42 Uhr: Der Pubbesuch hat sich gelohnt! Doolin wird im Lonely Planet als die Stadt empfohlen, wenn es um traditionelle Musik und Pub Sessions geht. Zu recht, wie sich rausstellte! In der Kneipe unserer Wahl hatte sich eine fünfköpfige Schar formiert. Geige, Gitarre, Akkordeon und zwei Jungs, die zwischen allen mir bekannten und unbekannten Blasinstrumenten hin und herwechselten. Vom alter her reichten die fünf von Anfang zwanzig bis geschätzte siebzig und zusammen unterhielten sie den ganzen Pub mit einem Lied nach dem anderen. Eines kannte ich sogar und ich kann euch sagen, dass es ein ziemlich cooles Gefühl ist, in einem kleinen Pub im County Clare, nahe der Küste zu sitzen, wenn draussen der Wind pfeift und drinnen fünf kernige Iren “It’s a long way from Clare to here” anstimmen. Auf ein Foto habe ich bewusst verzichtet. Blitzlicht hätte zu der Stimmung mal so gar nicht gepasst. Aber wer wissen will wie es aussah kann sich eine beliebige CD Box a la “Best of Pub Songs”

Von Rosen und einem viel zu kleinen Schwimmbad

Dieser Beitrag entsteht am 25.08.2008 um 16:50 irischer Zeit auf dem Bay View Campingplatz in Tralee.

Die Campingplatzlady habe ich gestern schließlich doch noch getroffen und mir für 16 € zwei Nächte auf ihrer Wiese gesichert.
Gegen 8 sind wir runter in die Stadt getingelt und haben uns verschiedene Bands angeschaut, die mich alle nicht so recht begeistern konnten. Die spontanen Auftritte in den Straßen von Dublin fand ich um einiges cooler als die professionellen Darbietungen beim angeblich größten Festival des Landes. Der Stimmung in den Straßen von Tralee tat das allerdings keinen Abbruch. Überall tanzten die Menschen vor den Pubs, wurde gelacht und gefeiert. Mir hat dann die Darbietung einer traditionellen Dudelsackgruppe im Pub meiner Wahl für diesen Abend noch sehr gut gefallen. So eine Sackpfeife ist allerdings ganz schön laut!
Von den “Roses” habe ich übrigens keine gesehen, außer auf den Werbeplakaten, die hier überall in den Schaufenstern hängen. Dafür ist die Stadt sehr schön, wenn auch etwas kitschig, dekoriert.

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Heute stand dann der Gang in den “Aquadome” auf dem Programm. Laut Werbeflyer handelt es sich um das größte Freizeitbad in Irland und so bin ich mit einigen Erwartungen dort angekommen. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Das Bad ist ungefähr halb so groß wie das Schaumbergbad zu Hause und hat exakt ein Becken. Nichtmal einen Extra Bereich zum Bahnen ziehen gibt es, dafür aber alle viertel Stunde Wellen oder Strudel. Für meine Bedürfnisse hat es trotzdem bei weitem ausgereicht. Ein paar Runden bin ich geschwommen um auch mal den Armen was zu tun zu geben, die ansonsten neidisch auf die Beine werden, dann ein wenig relaxen im Whirlpool und ein ausgiebiger Saunagang um den alten Kreislauf ein bisschen auf Vordermann zu bringen. An der Wasserrutsche hing sogar ein Zeitmesser. Meine schnellste Rutschpartie dauerte 11,3 Sekunden, womit ich den Bahnrekord von 8 Komma irgendwas nicht wirklich in Gefahr bringen konnte. Jedenfalls fühle ich mich momentan mal wieder so richtig sauber.
So langsam geht die Wanderetappe meines diesjährigen Irlandaufenthaltes in die Endrunde. Limerick, die Cliffs of Moher und eventuell die Aran Inseln stehen noch auf dem Plan, bevor ich am Freitag noch mal kurz eine Runde durch Galway drehen und dann Richtung Ballinrobe aufbrechen will.

Killarney-Tralee

Dieser Beitrag entsteht am 24.08.2008 um 16:50 irischer Zeit auf dem Bay View Campingplatz in Tralee.

Nachdem Claudi gefahren war hab ich mich noch mal ein wenig aufs Ohr gelegt. Gegen neun habe ich dann angefangen meinen Rucksack zu packen, was wirklich jedes Mal ein größerer Akt ist, da nicht nur die übliche Fahrtenausstattung sondern auch EDV und Schulsachen untergebracht werden wollen.

Nach dem Auschecken aus dem Neptunes Hostel habe ich dort noch mal sämtliche Elektrogeräte aufgeladen (Rasierer, Schlepptop, schnuubPod) und bin anschließend Richtung Norden aus der Stadt raus gewandert. Kurz hinter der Statdgrenze habe ich den Daumen raus gehalten. Nur drei Autos fuhren an mir vorbei, bis ein roter Renault Scenic anhielt. Am Steuer saß ein Herr Anfang 60, der mir im breitesten Ami Akzent empfahl “Put jar Bägpäg inda ‘de Trunk, Maite!”. Nach über einer Woche irischem Roll-R und Haich kam mir der Arizona Slang fast ein bisschen exotisch vor.
Wenig später saß ich auf dem Beifahrersitz und es ging Richtung Tralee. Mein Fahrer, den in den Bart genuschelten Namen hab ich nicht verstanden, ist gerade auf Dienstreise in Irland. Laut eigener Aussage arbeitet er direkt für den Gouverneur von Arizona, ist mit diesem eng befreundet und hat hier etwas Wichtiges für ihn zu erledigen. Genaueres wollte er nicht auspacken und ich will gar nicht wissen was außer meinem Rucksack noch so alles in seinem Kofferraum lag.

Schnell erreichten wir Tralee, wo ich mich vom Special Agent verabschiedete und bald den angesteuerten Campingplatz “Bay View” fand. Hier habe ich nun meine Dackelgarage neben der Kröte von Fabi, einem Weltenbummler Pfadfinder aus Erlangen, aufgeschlagen. Fabi war gerade 3 Wochen mit seinem Stamm hier auf Fahrt und will nun noch 3 Wochen alleine unterwegs sein um ein bisschen sein Englisch für das bevorstehende Studium zu trainieren. Heute Abend sind wir fürs Festival verabredet.

Derweil hatte ich noch keine Möglichkeit mich hier offiziell einzumieten. Die Besitzerin des Platzes nämlich, die übrigens selbst hier in einem Wohnmobil wohnt, ist nämlich gerade außer Haus Auto. Von Fabi weiß ich aber, dass die Nacht mich schlappe 8 Euro kosten wird. Das ist weniger als eingeplant, die Chancen auf eine zweite Nacht hier und einen Besuch im Schwimmbad steigen.

Der weitere Plan

Dieser Eintag entsteht in Echtzeit im Neptunes Hostel in Killarney

Heute Morgen musste ich mich in aller Frühe von Claudi verabschieden. Komischerweise fährt von Killarney aus an Montagen kein Bus zum Kilkenny Airport. Doch glücklicherweise waren die Jungs vom Neptunes so nett uns an drei weitere Mädels zu vermitteln, die auch zum Flughafen wollten und mit denen Claudi sich ein Taxi teilen konnte. So wurde es hoffentlich nciht zu teuer.

Ab nun bin ich also wieder auf mich allein gestellt. Ein Mann, ein Rucksack und die unbezähmbare irische Wildnis! Harrr!
So wild wird es dann aber garnicht mehr werden. Ich habe (einschlißlich heute) noch 5 Tage, an denen ich unterwegs bin. Sobald dieser Post fertig ist werde ich versuchen nach Tralee zu hitchen, wo momentan das Rose of Tralee Festival stattfindet. Sieht auf den ersten Blick ziemlich Schicki-Micki aus, aber im Radio laufen hier schon die ganze Zeit Liveübertragungen der Musik Events. Hört sich ziemlich gut an und ist sicher einen Blick wert. Falls ich dort eine günstige Unterkunft finde werde ich womöglich noch eine Nacht länger bleiben und morgen einen Entspannungstag im örtlichen Aquadome einlegen. Ein bisschen Whirlpool könnte meinen überanstrengten Waden bestimmt wieder auf die Sprünge helfen.
Spätestens am Dienstag geht es dann weiter in Richtung Doolin, von wo aus die Cliffs of Moher gut zu erwandern sind und auch eine Fähre zu den Aran Inseln ablegt. Wir werden berichten…

Back to Killarney

Dieser Beitrag entsteht am 23.08.2008 um 21:23 irischer Zeit im Neptunes Hostel in Killarney.

Unsere Füße sagten etwa “Gnade! Nein! Es geht nicht mehr!” weshalb wir gestern nur eine ganz kurze Tour zum Meer machten und die Zehen in den Atlantik steckten. Danach gönnten wir uns einen Besuch in der örtlichen Jazz-Pizzeria und verbrachten den Rest des Abends im Hostel, wo in der Küche Klavier und Gitarre gespielt wurden.
Heute Morgen brachte uns der Bus zurück nach Killarney, wo wir nun endlich die lange geplante Tour in den Nationalpark unternommen haben.
Ein wunderschönes Fleckchen Irland, das sowohl lange als auch kurze Wanderrouten bereithält. Am See entlang geht es sich genauso schön wie durch den Dschungelartigen Wald, in dem es für meinen Geschmack einzig ein wenig zu viele Birken gibt (Hexen stehen immer…). An Sehenswürdigkeiten haben wir uns den Governer’s Rock, mit einem tollen Ausblick auf den See und das aus dem 15. Jahrhundert stammende Ross Castle angesehen.

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Da bläst er!

Dieser Beitrag entsteht am 21.08.2008 um 22:34 irischer Zeit auf dem Campingplatz des Rainbow Hostel in Dingel.

Nachdem wir uns heute Morgen von unseren neuen Pfadfinderfreunden verabschiedet und deren Bundesliederbuch als Geschenk mitbekommen hatten machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz für die nächsten beiden Tage. Mit dem Rainbow Hostel haben wir einen echten Glücksgriff getan. Das kleine Cottage liegt nur einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, Betten würden 15€ Kosten. Wir entschieden uns für 9 € pro Person die Nacht im Zelt zu verbringen. Warme Dusche und Benutzung der Küche sind im Preis bereits enthalten.

Der Zeltplatz hier ist eine gute Ecke kleiner als der in Ballylickey. Eigentlich ist es nur ein Haus mit einem etwas zu groß geratenen Garten. Trotzdem stellten wir unsere Dackelgarage etwas ab vom größten Rummel auf, denn los ist hier schon einiges.

Dann ging es auf unsere erste richtige gemeinsame Wanderung. Als Ziel hatten wir einen Leuchtturm auserkoren, der an der Grenze des langgezogenen Hafenbeckens steht. Immer die Küste entlang ging es über saftige irische Wiesen, das Meer unter uns und gegenüber eine von Schafen und Kühen beweidete Landzunge mit kleiner Steilküste. An einer Stelle konnte man runter auf die Felsvorsprünge steigen, so dass wir den Rest des Weges mehr kletternd als wandernd zurück legten.

Dann kam das Highlight. Als wir so vor uns hin kraxelten schoss auf einmal eine kleine Wasserfontäne aus dem Meer. Da bläst er! Tatsächlich war es Funghi, der Delphin, der nur ein paar Meter von uns entfernt ein paar Sprünge aus dem Wasser machte. Jetzt haben wir ihn also doch gesehen, ohne Bootstour und ohne ihm auf den Wecker zu fallen.

Der Rest des Tages wurde verwandert. Der Leuchtturm war nicht so spektakulär, die Aussicht auf die Dingle Bay dafür umso mehr.
Auf dem Rückweg meldeten sich dann unser beider Füße und wir mussten ein bisschen die Zähne zusammen beissen.

Zur Belohnung gab es ein leckeres Emmentaler-Nudel Abendessen und für mich ein Pint als Absacker. In der Küche trafen wir noch ein nettes Deutsches Ehepaar, dass sie sehr für Pfadfinderei interessierte. Und da sich die obligatorischen Fragen “Was macht man da?” und “Was steckt dahinter?” nicht in 5 Minuten beantworten lassen hatte ich keine andere Wahl als die Einladung zu einem Glas Wein anzunehmen und ein bisschen über die pädagogischen Ideen vom ollen Robby zu plaudern.

Für morgen haben wir zwei alternative Routen. Die eine etwas länger, die andere ein wenig kürzer, dafür aber den Berg hoch. Mal sehen, was unsere Füße sagen.






Zeo