Archiv für Juni 2008

Loreleys Umzug

Hier ist, so scheint es, gerade “Woche der Lyrischen Kurzform”. Grad fiel mir ein kleiner Vierzeiler ein, dem ich den Titel “Loreleys Umzug” gegeben hab.

Loreleys Umzug

Ich weiß nicht was soll es bedeuten
nichts ist mehr so wie es war.
Der Felsen am Rhein soll verbleiben,
ich zieh an die Schleife der Saar.

Die Saarschleife ist aber auch viel toller als so ein zu groß geratener Kieselstein. ;-)

Inspiriert vom “Feen-Nixen-Wasserfrauen” Seminar und mit ein wenig postumer Unterstützung von Herrn Heine.

Plakativ

Ich glaube von mir selbst relativ Werberesistent zu sein. Meine Einkäufe richte ich nur selten nach bestimmten Marken aus und entscheide ganz pragmatisch anhand des Preis-Leistungsverhältnisses. Wie gesagt, so glaube ich zumindest. Die Psychologen da draussen werden mich dafür wahrscheinlich auslachen.
Das ist jedoch kein Grund Werbung, besonders gut gemachte Werbung, zu ignorieren. Hier möchte ich mal meine Aktuelle Lieblings-Plakatwerbung und meinen aktuellen Lieblings Fernsehspot vorstellen.

Im fernsehen macht Coca Cola das Rennen, als ich zum ersten mal den Lover habe aus dem Schrank springen sehen hab ich unterm Tisch gelegen:

Bei den Plakaten gewinnt den “Schnuub’s Choice Award”: Das Rote Kreuz. Ich weiß garnicht ob es sich um eine bundesweite Kampagne handelt, in Trier hängen die witzigen “Helfen steht jedem gut” Plakate allerdings überall. Mein Favorit:

Helfen steht jedem gut

Leider nicht mehr dabei ist die aktuelle Werbekampagne meiner Lieblingsbrauerei. Die neuen Plakate finde ich nicht mal halb so gut wie die alten. Da hat die Pause wohl nicht gut getan…

Bruce im Brummi

Bruce Lee ist neulich vor mir auf der Autobahn gefahren. Wirklich. Bestimmt. Vermutlich. Vielleicht… BAM!

BAM!

Schwenker Limerick

Ich sitze gerade in meinem Culture Studies GB Kurs. Ja, ich weiß, eigentlich sollte ich aufmerksam sein. Aber es geht gerade um Essens-Traditionen und in diesem Zusammenhang wurde uns ein ellenlanges Gedicht präsentiert, dass vom Sprecher an eine Haggis gerichtet ist..

Das, und die Tatsache, dass ich gestern zufällig den Wikipedia Artikel über Limericks gelesen habe, brachte mich auf die Idee eines Schwenkergedichts. Wie gesagt, entstanden während der heutigen Sitzung, also nicht zu viel erwarten.

Der Vater einst am Schwenkgrill stand;
um seinen Bauch die Schürze band.
Als der Schwenker landet auf dem Grille;
der Vater hat schon drei Promille
und setzte das Gartenhaus in Brand.

Vielleicht sollte ich über eine komplette Sequenz nachdenken?

Tannöd

… ist ein Kriminalroman von Andrea Maria Schenkel, indem es um einen Sechsfachmord im tiefsten Bayern geht. Die Geschichte spielt in den 50er Jahren und beruht auf einer wahren Begebenheit

Das besondere an dem Roman ist, wie so oft, seine Erzählstruktur. In der Einleitung stellt sich der Ermittler kurz und knapp und ohne Namen dem Leser vor und legt seine Motvation dar, den Fall aufzuklären. Anstelle einer fortlaufenden Geschichte bekommt man im Weiteren lediglich unzusammenhängende Zeugenaussagen präsentiert, die gegenüber dem Ermittler, in dessen Rolle der Leser somit schlüpft, nach und nach von den verschiedenen Dorfbewohnern gemacht werden.

Einen besonderen Reiz erhält die Sache dadurch, dass zwischendurch immer wieder in die Perspektive des Mörders gewechselt wird, wodurch man dessen Schritte genau nachvollziehen kann. Man steckt also in der Haut des Täters, ohne zu wissen, wer er ist. Coole Sache!

Dem Buch wird oft Trivialität vorgeworfen und auch das Schreckgespenst “Plagiat” spukt rund um Tannöd. Ich jedenfalls fühlte mich gut unterhalten und kann das Buch nicht nur aber auch als Entspannungslektüre empfehlen.

Dauerpendeln?

Eine Freundin von mir steht vor der Entscheidung, ob sie längerfristig (die Rede war von etwa 5 Jahren) zum arbeiten nach Trier pendeln soll oder nicht. Weil ich mit der Strecke und dem Pendeln ja so einige Erfahrung hab erreichte mich gestern eine Mail mit der Frage, ob ich das an ihrer Stelle machen würde, und noch ein paar anderen.

Da musste ich erstmal selbst überlegen. Für mich war eigentlich immer klar, dass die Pendelei eine Notlösung ist, die nur so lange wie mein Studium dauern soll. Nach einigem In mich gehen konnte ich die Fragen dann aber doch beantworten. Ich hoffe auf hilfreiche Weise. Hier die Fragen und meine Antworten:

Würdest du die Bahnfahrt nach Trier als kurzweilig betiteln oder eher als langwierig?
Kommt drauf an. Mit dem Regionalexpress fährt man von Dillingen aus etwa eine Dreiviertel Stunde. Die geht meistens ganz schnell rum und die Strecke an der Saar entlang ist eigentlich sehr ansprechend. Mit der Regionalbahn dauert es eine viertel Stunde länger und das fällt ziemlich ins Gewicht… Wenn ich mit der Bahn fahren muss nervt mich das schon immer ein bisschen. Beide fahren fast jede Stunde ein mal. Welchen du nehmen kannst hängt von den Feierabendzeiten ab.

Ist der Zug voll oder eher leer?
Auch das kommt drauf an. Die Züge zu Uni-Stoßzeiten sind schon immer ziemlich voll. Da kann es auch mal sein, dass man keinen Sitzplatz kriegt. Ist in den 2 Jahren, die ich jetzt pendele, aber erst 3-4 mal vorgekommen. Andere Züge sind gähnend leer. Grundsätzlich mehr Betrieb ist an den Heilig-Rock Tagen, da sind immer tolle Kindergartengruppen unterwegs…

Kann man in dieser Zeit etwas sinnvolles arbeiten oder nicht?
Hängt vom Typ ab. Manche Leute sagen, sie könnten es gar nicht. Ich persönlich kann das sehr gut. Laptop auf den Schoß, Buch in die Hand Kopfhörer auf die Ohren und dann geht. In meiner Prüfungsphase bin ich manchmal sogar einfach so nach Trier und zurück gefahren um im Zug zu lernen, weil ich mich da besser konzentrieren kann.

Würdest du länger als 5 Jahre täglich nach Trier pendeln?
Das ist schwer von der Situation abhängig:

Wenn ich ansonsten arbeitslos würde: Ja.
Wenn ich dadurch eine größere Menge Geld sparen könnte, weil ich mir keine Wohnung in Trier nehmen muss: Ja.
Wenn ich dort niemanden kennen und bei einem Umzug mein soziales Umfeld verlieren würde: Ja.
Wenn mich sonstige emotionale Gründe in der Heimat halten würden: Ja.

Wenn ich zu Hause auch Arbeit hätte, die mir nur ein bisschen weniger gefällt: Nein.
Wenn ich mir auch zu Hause eine Wohnung mieten würde und somit kein Geld spare: Nein.
Wenn ich ein “Großtstadt” Typ wäre: Nein.
Wenn ich allgemein schnell Anschluss fände: Nein.

Als Fazit für mich persönlich kann ich festhalten, dass ich es mir zwar vorstellen kann, aber nicht unbedingt wild drauf wäre.

Ihr seid nur ein Pizzalieferant

Halbzeit zwischen der Schweiz und der Türkei. Die Eidgenossen führen 1:0 bei miserablen Platzbedingungen.

Ich komme gerade vom Bier holen zurückg, da klingelt mein Schwert. “Genge ruft an”

t.: Jou, Genge!

genge: Servus, ich würd gern ne Pizza bestellen!

t.:WTF?!

Genge: Jo, ein mal Pizza 3:0 End-Stationi mit extra viel holländischem Gouda!

Danke, Genge. Das war mein Abend!

3:0

Ob unser Nachbar von gegenüber italienischer Abstammung ist weiß ich garnicht. Jedenfalls scheint er gestern in einen Autokorso geraten zu sein.

3:0

Vielleicht ist er auch Holländer? Aber ich glaube das würde ich wissen.

Wenn ich groß bin (II)

… will ich der Mann von der VRT werden, der im Bus die Fahrscheine kontrolliert! Der muss nämlich nur alle drei Jahre einmal arbeiten und ist damit noch mal ein gutes Stück seltener im Dienst als die Kollegen Weihnachtsmann, Osterhase und Christkind (ebenfalls Traumjobs).

Zumindest bin ich heute zum ersten Mal in fast drei Jahren Studium (ja, die Zahl schockt) im Bus kontrolliert worden. Meinen Sitznachbarn hat es auch direkt erwischt. Er war zwar im Besitz einer Tunika, jedoch konnte man den Streifen, auf dem der Gültigkeitszeitraum vermerkt ist, nicht richtig lesen. Drei Tage hat der Arme jetzt Zeit um die Karte nachzuzeigen.

Dass mir das gleiche Schicksal erspart bleibt wundert mich ehrlich gesagt ein wenig. Die 9 auf meinem Ausweis (auf dem Bild rot markiert) wurde nämlich schon des öfteren von Zugschaffnern für eine 3 gehalten.

Tunika

Was sagt uns dieser Beitrag über die Qualität des Validierungsautomaten aus? Richtig, er funktioniert ähnlich gut wie die Rückmeldeterminals!

Das hier schreit übrigens nach einer neuen Serie, mal sehen was ich noch so alles werden möchte…
Dabei fällt mir auch auf, dass es lange kein Do&Don’t mehr gab. Hach… so much to do…

Genge und Thomas allein in Koblenz

Letzten Donnerstag war es also so weit. Nach dem wir das Maul aufgerissen und große Töne a la “wir kommen” daraus entlassen hatten sollten nun Taten folgen. Genge und Thomas fahren Eurythmie gucken! Da dies keine unserer üblichen Sauftouren in irgendwelche studentischen WGs, Fußballstadien oder Pfadfinderheime am Ende der Welt werden sollte, warfen wir uns in Schale (Dresscode: Anzug, Wölflings T-Shirt, Turnschuhe) und trafen uns zunächst am Bahnhof in Koblenz.
Dort wartete auch schon das erste Abenteuer. Luftlinie sind es von Dort bis Neuwied nur ein paar Meter, wenn man aber Bus fahren will gestaltet sich die Sache komplizierter, besonders wenn gerade Rock am Ring ist, und der Mensch von der Bus-Info zunächst einmal völlig verdutzt ist, weil man erstens Deutsch spricht und zweitens nicht mal zum Ring will.
Irgendwann hatten wir dann raus gefunden, dass man wohl besser mit dem Zug nach Neuwied fährt. Blieb noch das Problem, dass wir keine Ahnung hatten, wie man von dort mit dem Bus in den adäquaten Stadtteil und in diesem zur Schule gelangt. Bei zweiterem half uns zum Glück eine gewisse Einrichtung in der Nähe des Busbahnhofes, in dem sie uns ein paar google Maps ausdruckte.*
Also konnte es weiter nach Neuwied gehen. Da kann man ja am Busbahnhof dann einen Fahrer fragen, wie man weiter kommt! Gute Idee. Bis auf folgende Tatsachen:

  • der Neuwieder Busfahrer an sich spricht ausschließlich Alt-Ukrainisch
  • es gibt momentan keinen Busbahnhof, weil der renoviertwird
  • es gibt lediglich Ersatzhaltestellen
  • die Ersatzhaltestellen verteilen sich großzügig über das gesamte Stadtgebiet

Wir beide sind ja nun in der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wahrlich nicht ungeübt (einer von uns beiden schreibt sogar ein Blog, dass sich hauptsächlich mit diesem Thema befasst). Wir sind schon an ziemlich vielen Orten Bus gefahren. Polen, Slowenien, Slowakei, Lettland… zusammen haben wir sicher den halben Ostblock durch. Alles nichts gegen Neuwied… Dass wir wirklich im richtigen Stadtteil ankamen war wohl eher Glück als Verstand.

Geschafft haben wir es schließlich doch, sogar 2 Stunden vor der Zeit. So setzten wir uns noch ein bisschen auf die Wiese vor die Schule in die Sonne und erfreuten uns einiger wohlverdienter Annehmlichkeiten (Sixpack, Mucke aus dem MacBook).
Kurz darauf kam Maite uns dann auch schon abholen, da sie die Information erhalten hatte,

“Da sitzen zwei Assis auf der Wiese und sind Bier am Trinken!”

Schuldig. ;-)

Bald sollte es los gehen, also nahmen wir unsere Plätze im hinteren Teil der Aula ein, wo noch einige bekannte Gesichter vom örtlichen Stamm hockten, und genossen die Show. Leider haben wir beide, abgesehen von ein paar auf dem KfM gelernten Buchstaben, keine Erfahrung mit Eurythmie und somit keine Vergleichswerte. Deshalb müssen wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen und einfach mal behaupten: Es hat uns gefallen! Besonders, dass man Eurythmie auch auf die Musik von Pippi Langstrumpf und Die Sendung mit der Maus machen kann fand ich spannend. Aber auch die Teile, die mit Goethes Faust unterlegt waren gefielen. Da lacht das Germanistenherz.

Ausklingen sollte der Abend in der Koblenzer Diskothek “Dreams“, die uns von Chris als “für studentische Geldbeutel geeignet” empfohlen worden war. Dort blieben wir dann auch lange genug um unseren eigentlichen Plan, bei Maite zu schlafen, fallen ließen und uns stattdessen zu den übrig gebliebenen Ring-Fahrern an den Koblenzer Hauptbahnhof legten, um von dort aus mit dem ersten Zug in entgegen gesetzte Richtungen den Heimweg anzutreten.

Für mich als angehenden Lehrer war der Besuch einer Waldorfschule ja schon fast eine private Exkursion. Dennoch hatten wir vor allem eines: Einen Haufen Spaß. Solche Touren müsste man viel öfter unternehmen. Das nenne ich “KfM-Nachbereitung”. Vielleicht gibts beim Genge mal noch Bilder dazu?

*Die Einrichtugn möchte unerkannt bleiben.

“Bitte gehen sie jetzt nicht raus und erzählen rum, dass wir hier jedem 1000 Seiten Wegbeschreibung ausdrucken würden!”






Zeo