Letzten Donnerstag war es also so weit. Nach dem wir das Maul aufgerissen und große Töne a la “wir kommen” daraus entlassen hatten sollten nun Taten folgen. Genge und Thomas fahren Eurythmie gucken! Da dies keine unserer üblichen Sauftouren in irgendwelche studentischen WGs, Fußballstadien oder Pfadfinderheime am Ende der Welt werden sollte, warfen wir uns in Schale (Dresscode: Anzug, Wölflings T-Shirt, Turnschuhe) und trafen uns zunächst am Bahnhof in Koblenz.
Dort wartete auch schon das erste Abenteuer. Luftlinie sind es von Dort bis Neuwied nur ein paar Meter, wenn man aber Bus fahren will gestaltet sich die Sache komplizierter, besonders wenn gerade Rock am Ring ist, und der Mensch von der Bus-Info zunächst einmal völlig verdutzt ist, weil man erstens Deutsch spricht und zweitens nicht mal zum Ring will.
Irgendwann hatten wir dann raus gefunden, dass man wohl besser mit dem Zug nach Neuwied fährt. Blieb noch das Problem, dass wir keine Ahnung hatten, wie man von dort mit dem Bus in den adäquaten Stadtteil und in diesem zur Schule gelangt. Bei zweiterem half uns zum Glück eine gewisse Einrichtung in der Nähe des Busbahnhofes, in dem sie uns ein paar google Maps ausdruckte.*
Also konnte es weiter nach Neuwied gehen. Da kann man ja am Busbahnhof dann einen Fahrer fragen, wie man weiter kommt! Gute Idee. Bis auf folgende Tatsachen:
- der Neuwieder Busfahrer an sich spricht ausschließlich Alt-Ukrainisch
- es gibt momentan keinen Busbahnhof, weil der renoviertwird
- es gibt lediglich Ersatzhaltestellen
- die Ersatzhaltestellen verteilen sich großzügig über das gesamte Stadtgebiet
Wir beide sind ja nun in der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wahrlich nicht ungeübt (einer von uns beiden schreibt sogar ein Blog, dass sich hauptsächlich mit diesem Thema befasst). Wir sind schon an ziemlich vielen Orten Bus gefahren. Polen, Slowenien, Slowakei, Lettland… zusammen haben wir sicher den halben Ostblock durch. Alles nichts gegen Neuwied… Dass wir wirklich im richtigen Stadtteil ankamen war wohl eher Glück als Verstand.
Geschafft haben wir es schließlich doch, sogar 2 Stunden vor der Zeit. So setzten wir uns noch ein bisschen auf die Wiese vor die Schule in die Sonne und erfreuten uns einiger wohlverdienter Annehmlichkeiten (Sixpack, Mucke aus dem MacBook).
Kurz darauf kam Maite uns dann auch schon abholen, da sie die Information erhalten hatte,
“Da sitzen zwei Assis auf der Wiese und sind Bier am Trinken!”
Schuldig.
Bald sollte es los gehen, also nahmen wir unsere Plätze im hinteren Teil der Aula ein, wo noch einige bekannte Gesichter vom örtlichen Stamm hockten, und genossen die Show. Leider haben wir beide, abgesehen von ein paar auf dem KfM gelernten Buchstaben, keine Erfahrung mit Eurythmie und somit keine Vergleichswerte. Deshalb müssen wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen und einfach mal behaupten: Es hat uns gefallen! Besonders, dass man Eurythmie auch auf die Musik von Pippi Langstrumpf und Die Sendung mit der Maus machen kann fand ich spannend. Aber auch die Teile, die mit Goethes Faust unterlegt waren gefielen. Da lacht das Germanistenherz.
Ausklingen sollte der Abend in der Koblenzer Diskothek “Dreams“, die uns von Chris als “für studentische Geldbeutel geeignet” empfohlen worden war. Dort blieben wir dann auch lange genug um unseren eigentlichen Plan, bei Maite zu schlafen, fallen ließen und uns stattdessen zu den übrig gebliebenen Ring-Fahrern an den Koblenzer Hauptbahnhof legten, um von dort aus mit dem ersten Zug in entgegen gesetzte Richtungen den Heimweg anzutreten.
Für mich als angehenden Lehrer war der Besuch einer Waldorfschule ja schon fast eine private Exkursion. Dennoch hatten wir vor allem eines: Einen Haufen Spaß. Solche Touren müsste man viel öfter unternehmen. Das nenne ich “KfM-Nachbereitung”. Vielleicht gibts beim Genge mal noch Bilder dazu?
*Die Einrichtugn möchte unerkannt bleiben.
“Bitte gehen sie jetzt nicht raus und erzählen rum, dass wir hier jedem 1000 Seiten Wegbeschreibung ausdrucken würden!”
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