Uncle Tom’s Cabin

…ist so ziemlich das traurigsten Buch, das ich je gelesen habe. Harriet Beecher Stowe zeichnet in ihrem Roman ein unglaublich tragisches und an vielen stellen erschütterndes Bild von Sklaverei im Amerika der frühen 1850er Jahre.
Neben der Hauptgeschichte wird der Leser immer wieder mit den Einzelschicksalen der Nebencharaktere vertraut gemacht, was dem Buch sehr viel Glaubwürdigkeit und einen allumfassend erscheinenden Anspruch an Realität verleiht.
Stowe lässt sich nach einer kurzen Einführung zwei Handlungsstränge parallel entwickeln, zwischen denen im Verlauf des Romans hin und her gewechselt wird, was sehr viel Spannung erzeugt.
Trotzdem habe ich relativ lange gebraucht um die 379 Seiten zu lesen. Uncle Tom’s Cabin ist definitiv nichts, was man einfach mal so zur Unterhaltung auf dem Klo lesen sollte. Wenn man sich die Zeit nimmt ist es diese aber definitiv wert.

Kritisiert wurde Stowe vor allem dafür, dass der Ton in ihrer Geschichte alles andere als Neutral ist. Dies kann ich bestätigen. An einigen Stellen wechselt die Erzählsituation von der dritten in die zweite Person. Der Leser wird also direkt angesprochen, ermahnt und zur Überprüfung seines eigenen Standpunktes angehalten. Ich drehe ihr daraus aber keinen Strick. Eine Geschichte wie Uncle Tom’s Cabin kann man einfach nicht schreiben, ohne einen Großen Teil seiner eigenen Haltung gegenüber dem Thema, auch sehr offensichtlich, einfliessen zu lassen.

Der Erfolg gibt ihr recht. Im ersten Jahr nach Publikation verkaufte sich die Geschichte von Uncle Tom 300.000 mal. Diese Zahl im Hinterkopf versteht man nach der Lektüre des Buches auch, warum einige Forscher vermuten, dass es einer der Auslöser des amerikanischen Sezessionskrieges war.

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Zeo