…ist so ziemlich das traurigsten Buch, das ich je gelesen habe. Harriet Beecher Stowe zeichnet in ihrem Roman ein unglaublich tragisches und an vielen stellen erschütterndes Bild von Sklaverei im Amerika der frühen 1850er Jahre.
Neben der Hauptgeschichte wird der Leser immer wieder mit den Einzelschicksalen der Nebencharaktere vertraut gemacht, was dem Buch sehr viel Glaubwürdigkeit und einen allumfassend erscheinenden Anspruch an Realität verleiht.
Stowe lässt sich nach einer kurzen Einführung zwei Handlungsstränge parallel entwickeln, zwischen denen im Verlauf des Romans hin und her gewechselt wird, was sehr viel Spannung erzeugt.
Trotzdem habe ich relativ lange gebraucht um die 379 Seiten zu lesen. Uncle Tom’s Cabin ist definitiv nichts, was man einfach mal so zur Unterhaltung auf dem Klo lesen sollte. Wenn man sich die Zeit nimmt ist es diese aber definitiv wert.
Kritisiert wurde Stowe vor allem dafür, dass der Ton in ihrer Geschichte alles andere als Neutral ist. Dies kann ich bestätigen. An einigen Stellen wechselt die Erzählsituation von der dritten in die zweite Person. Der Leser wird also direkt angesprochen, ermahnt und zur Überprüfung seines eigenen Standpunktes angehalten. Ich drehe ihr daraus aber keinen Strick. Eine Geschichte wie Uncle Tom’s Cabin kann man einfach nicht schreiben, ohne einen Großen Teil seiner eigenen Haltung gegenüber dem Thema, auch sehr offensichtlich, einfliessen zu lassen.
Der Erfolg gibt ihr recht. Im ersten Jahr nach Publikation verkaufte sich die Geschichte von Uncle Tom 300.000 mal. Diese Zahl im Hinterkopf versteht man nach der Lektüre des Buches auch, warum einige Forscher vermuten, dass es einer der Auslöser des amerikanischen Sezessionskrieges war.
Sehr schönes Viedo. Bodo Wartke erklärt die Prinzipien der Zwölftonmusik.
Die Programme von Bodo Wartke sind übrigens allesamt zu empfehlen. Die neueste CD, “Noah war ein Archetyp” steht auf meiner Einkaufsliste ziemlich weit oben.
In den letzten drie Tagen ist zu viel passiert um alles zusammenzufassen. Deswegen nur ein paar Dinge.
Ich habe zum ersten mal ein Gedicht auf beschreibbarem Esspapier verfasst:
Ich sitze in der Sonne
im schönen Immenhausen
und denke mir voll Wonne:
Daheim bleiben? Banausen!
Ich käm nochmal so gerne
in diese Hess’sche Ferne,
müsst ich nicht immer soweit fahren
und das auch noch per Deutscher Bahn.
Ich weis, es strotzt nicht gerade vor Orm, aber dafür ist es vom Inhalt her umso zutreffender.
Im gelben Arbeitskreis war es wie immer sehr schön. Das zieht sich einfach durch alle Ebenen unseres Bundes. Im Abendprogramm habe ich ein wenig über unsere dritte Aktion erzählt, was gut ankam. Ich habe schon die erste Anfrage erhalten, ob man das Konzept irgendwo schriftlich bekommen könnte. Klar kann man. Das ist schließlich gut dokumentiert.
Auf der Rückfahrt hat mich dann $Bahnbediensteter am Frankfurter Hauptbahnhof noch ein wenig geowned. Von dem wollte ich eigentlich nur die Abfahrtszeit des ICE wissen, als er mich beim Nähertreten mit “Hallo Thomas!” begrüßt.
In meinem imaginären Adressbuch hatte ich definitiv keinen Eintrag über den Typ, und so hab ich kurz aber intensiv überlegt, woher er meinen Namen kennt. Dann viel mir aber auch schon ein, dass er ja auf einem riesigen Puzzelteil steht, das an meinem Halstuch hängt.
Die meisten längeren Literarischen Werke für die Zwischenprüfung habe ich durch. Die letzten paar tage habe ich damit verbracht mir die kürzeren Formen, wie Kurzgeschichten und Gedichte zu Gemüte zu führen.
Angefangen habe ich mit den Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe. Diese finde ich einerseits interessant und gut geschrieben. Vor allem der Punkt Spannung kommt nicht zu kurz. Der Mann wusste was er tat. Wirklich gefallen hat mir jedoch keine der drei Geschichten. “The Black Cat” und “The Tell Tale Heart” waren für meinen Geschmack etwas zu psychologisch angehaucht.
Am ehesten mochte ich noch “The Murders in the Rue Morgue”, mit der Poe quasi die Detektiv Geschichte erfunden hat. Das Vorgehen des Protagonisten Dupin erinnert stark an das späterer Figuren dieses Genres, wie Arthur Conan Doyle’s Sherlock Holmes, für den Poe’s Dupin eines der Vorbilder war. Wer Sherlock Holmes mag, wird an dieser Kurzgeschichte vermutlich auch seine Freude haben. Mit der Lösung des Falls vergallopiert sich Poe jedoch für meinen Geschmack zu sehr ins unglaubwürdige. Dies war aber vermutlich sogar seine Absicht.
Als nächstes stand eine Auswahl von Sonetten von William Shakespeare auf dem Programm. Den Inhalt jedes einzelnen wiederzugeben würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Jedes einzelne ist ein Meisterwerk. Es ist immer wieder beeindruckend wie viel man in vierzehn Zeilen packen kann. Natürlich ist für viele Leute, die nicht grade Anglistik studieren die Sprache Shakespeare’s ein Hindernis. Gerade die Sonette verlieren aber in der Übersetzung, mehr als die Dramen, einiges an Glanz. Mit ein bisschen Einlesen geht es schon. Mein Tip: Zum Anfangen eignet sich Sonett Nummer 18. Es ist nicht nur relativ einfach geschrieben, sondern auch eines, wenn nicht das berühmteste von Shakespeare’s Gedichten. Vielleicht sogar das berühmteste in Englischer Sprache überhaupt.
Nicht das interessanteste, aber doch irgendwie das schönste, was ich bisher für meine Prüfung gelesen habe, sind die Gedichte von Emily Dickinson. Einfach in der Form, kurz und prägnant in der Aussage, damit sind sie schon ganz gut beschrieben. Vom Inhalt her beschäftigt sich Disckinson mit einer Fülle an Themen. Leben und Tod, Liebe und Einsamkeit und vieles mehr. Meine Empfehlung zum Einstieg hier: “I died for Beauty but was Scarce”.
Das letzte Buch, dass noch zur erstlektüre aussteht ist Uncle Tom’s Cabin. Die 380 Seiten habe ich mir für die am Wochenende anstehende Zugfahrt nach Immenhausen und zurück vorgenommen. Mla Mal sehen wie weit ich in den gut 10 Stunden komme.
Update
MLA sehen?
Herr Freud lässt grüßen…
Heute ging der Heimwerker in mir mal wieder durch. Ob der Flut an neu angeschafften Büchern für die Zwischenprüfung wurde es Zeit für ein zusätzliches Bücherregal. Natürlich könnte man auch eines kaufen. Aber ich habe schließlich nicht umsonst gefühlte 27 Staffeln MacGyver gesehen.
Also ab in den berühmt berüchtigten Keller! Gebaut hab ich mein Regal dann auch wirklich nur aus Reststücken, die ich dort gefunden habe. Man urteile selbst:
Da ist jetzt auch wieder ein bisschen Platz für neue Titel. Ich arbeite im Moment an einer Liste von Büchern, die ich lesen möchte, sollte ich jemals wieder Zeit haben etwas nur so zum Spaß zu lesen. Wird natürlich hier veröffentlicht wenn sie fertig ist.
P.S.: Ja, richtig gesehen. Nach etlichen Jahren habe ich endlich eine Verwendung für die beiden Holzscheite gefunden, die mir ein paar gewisse Pappnasen mal zur Einweihung mitgebracht haben.
Da hat mich doch heute in einem größeren Kaufhaus in Saarlouis tatsächlich ein Blumenhändler angelabert.
“Eine Rose, für die Liebste, zum Valentinstag?”
Zum Glück habe ich ja den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als mir dumme Sprüche für sämtliche vorstellbaren Situationen auszudenken. Da ich mit so was gerechnet hatte musste ich auch nicht lange in den Schubladen meines Gehirns suchen, um die passende Antwort zu finden.
“Thomas Schnubel feiert keinen Valentinstag. St. Valentin feiert Thomas Schnubels-Tag.”
Man verkneife sich jeden Kommentar in die Richtung “Verwend doch die Zeit, die fürs Ausdenken von dummen Sprüchen drauf geht dafür, dass es beim nächsten Valentinstag was zu feiern gibt!”
Meine erste und einzige Liebe ist und bleibt die See…
Das Familiendrama The Glass Menagerie habe ich vor kurzem beendet. In dem Stück von Tennessee Williams, von 1945, geht es um das Schicksal der amerikanischen Familie Wingfield.
Mutter Amanda, eine in die Jahre gekommene Südstaatenschönheit wohnt mit ihren beiden Kindern in einem kleinen Appartement in St. Louis. Tochter Laura lebt gänzlich zurückgezogen in ihrer eigenen Traumwelt, Sohn Tom, aus dessen Erinnerungen sich das Stück zusammen setzt, arbeitet in einer Schuhfabrik um den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen, träumt aber eigentlich von Freiheit und Abenteuer, die er bislang nur aus seinen Kinobesuchen kennt.
So entziehen sich alle drei Charaktere auf ihre eigene Weise der Realität, die, nachdem der Vater die Familie vor Jahren verlassen hat um zur See zu fahren, nicht gerade rosig aussieht. Umso engagierter ist Amanda, wenn es darum geht, ihre Tochter endlich unter die Haube zu bringen. Tatsächlich kommt ein junger Mann zu Gast, womit die Tragödie eigentlich erst richtig beginnt.
Gefallen hat mir an dem Stück vor allem die Erzählperspektive. Als “Erinnerungsstück” bekommt der Leser die Geschehnisse so dargeboten, wie Tom, der Gleichzeitig als Erzähler und als Handelnder fungiert, sie im Kopf hat. Was dabei “Realität” und was nur ein Schatten in Tom’s Erinnerung ist? Schwer zu beantworten. Am besten macht man sich selbst ein Bild.
Bisher hatte ich echt Glück. Keines meiner ZP Bücher könnte ich bisher als “schlecht” oder “nicht unterhaltsam” bezeichnen.
…gibt es eben doch noch.
Als ich heute in Dillingen am Bahnhof die Treppe hoch kam sah ich aus dem Augenwinkel, wie Kerl#1 auf bereits am Boden liegenden Kerl#2 eintrat, während $Mädel aufgeregt auf beide einredete.
Zum Glück war ich nicht alleine ausgestiegen und so rannten ich und 3-4 andere junge Männer hin und bildeten erstmal eine Wand zwischen den beiden Streithähnen. Dass auch der am Boden liegende nicht ganz unschuldig an der Situation sein konnte, stellte sich heraus, als dieser die Pause nutzte um sich aufzurappeln, sich seines T-Shirts zu entledigen und seinen Angreifer weiter zu provozieren. Beide standen ganz offensichtlich unter Alkoholeinfluss.
Ich wollte gerade mein Handy Schwert zücken und die Herren in Grün einladen auch auf die Party zu kommen, da bogen diese schon, vermutlich von der Bahnhofsgaststätte aus alarmiert, um die Ecke.
Kerl#1, der nur verbalen Widerstand leistete, landete in Handschellen auf dem Rücksitz des Streifenwagens, Kerl#2, der offensichtlich doch etwas mehr abbekommen hatte, fürs erste im Krankenwagen.
Meine Aussage wurde nicht benötigt und so machte ich mich mit gemischten Gefühlen auf den Heimweg.
Thomas: “Du, Benny, wann gehen wir denn heute schlafen?”
*Geräusch einer sich öffnenden Energy-Drink Dose.”
Alles andere kann man sich denken.
Ach ja. Einen gewohnt guten gelben Arbeitskreis gab es auch noch.
Den Rest kann man beim Jan und beim Schneyra lesen.
Update: Beim David gibt es noch etwas mehr.
An der Universität Trier wird momentan viel renoviert. Nicht nur die Böden in der Anglistik, sondern auch in einigen anderen Teilen des Hauptgebäudes werden erneuert, weshalb einige Mitarbeiter ihre Büros ausräumen müssen. Die Möbel kommen derweil ins Lager und werden dementsprechend mit Zetteln gekennzeichnet.
Etwas schmunzeln musste ich, als ich gestern an einem größeren Doppeltürschrank vorbei ging. Auf einer der beiden Türen hing der obligatorische Computerausdruck:
“Für Lager”
An die zweite Tür hatte ein lustiger Zeitgenosse ebenfalls einen ausgedruckten Zettel gehängt:
“Für Pils”
Ein Blick in den Schrank brachte die Ernüchterung: Leider war niemand auch nur einer der beiden Aufforderungen nachgekommen.
Letzte Kommentare
Martin Schneyra, thomas, Vylibb, Thomas, thomas [...]
Thomas, Chef, Michelle
David, thomas, David, Jan, Martin Schneyra [...]
Monika Schneider, Thomas, Mo, Mo
Mo, Anonym, Chef, Thomas, Chef [...]
Mo
Mo
Vylübb
malte, *Jones*, -Hiker-, wooki, Thomas [...]